Liebe auf den zweiten Blick

Matthias Lilienthal macht die Münchner Kammerspiele zu einem weltoffenen Spiel- und Denkraum – mit und auch mal ohne Schauspieler. Ein Beschreibungsversuch im Gespräch mit Matthias Lilienthal

Ein heißer Samstag Anfang Juli, die Stadt summt von Touristen, es ist Filmfest, Tollwood auf dem Olympiagelände und bestes Badewetter für die Isar oder den Starnberger See. Eigentlich kein Tag, um sich freiwillig zehn Stunden Antiken-Binge-Watching im Theater anzutun. Trotzdem ist in der Kammer 1 mittags um 13 Uhr kaum ein Platz frei geblieben. Gespielt wird «Dionysos Stadt», die Inszenierung des Jahres von Christopher Rüping, zum letzten Mal in dieser für die Münchner Kammerspiele seit Matthias Lilienthals umkämpftem Einstand erfolgreichsten Saison.

Das Publikum ist bunt gemischt, Schülercliquen und grauhaarige Abonnenten, manche kommen schon zum zweiten oder dritten Mal. Die Hautfarbe ist nach wie vor überwiegend weiß, das schon, aber die Übertitel in Englisch und manchmal, wenn auf der Bühne Englisch oder Arabisch gesprochen wird, auch in Deutsch, gehören längst selbstverständlich dazu. «If there will be an improvisation without surtitles, ask your bavarian neighbour. He will translate for you», beruhigt Nils Kahnwald anglophone Zuschauer bei seiner Einführungs-Conference. Kein Zweifel, wir sind hier im weltoffensten Theater der Stadt – und nun – Glückwunsch! – auch noch im ...

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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Höhepunkte des Jahres, Seite 128
von Silvia Stammen