«Können wir bitte mal aufhören und reden?»

Sivan Ben Yishais neues Stück «Wounds Are Forever» (der Stückabdruck liegt diesem Heft bei) ist ein wilder Ritt durch die Geschichte und zugleich ein Konzert verschiedener Stimmen. Ein Gespräch über die politischen Implikationen ihres Schreibens

Eva Behrendt Die Protagonistin von «Wounds Are Forever» heißt Sivan Ben Yishai. Was für ein Zufall! 
Sivan Ben Yishai Die Sivan Ben Yishai im Stück ist so etwas wie eine Ur-Jüdin, eine Superprotagonistin. Sie kann Autorin sein oder Kämpferin, ein Zug oder ein Flugzeug, sie lebt über Generationen und scheint praktisch unsterblich. Sie ist der Körper, der das Stimmenkaleidoskop, in das sich der Text auffächert, zusammenhält.

In allen meinen Theatertexten gibt es dieses Phänomen der vielen Stimmen, die sich sozusagen im Raum des Selbst versammeln und heftig miteinander diskutieren. Ich glaube, ich habe sie hauptsächlich ‹Sivan› genannt, um mit all den Projektionen zu spielen, die mit dieser Entscheidung einhergehen, aber auch, um die engen Grenzen eines Selbsts zu überschreiten. Arundhati Roy hat mal gesagt, dass Journalisten sich zwar sehr für ihr Privatleben interessieren, aber für gewöhnlich mit allen Details falschliegen. Ich erledige das gleich selbst, indem ich mit den Fakten meines Lebens und mit den Annahmen spiele, die andere womöglich über mich haben. 

EB Die Figur Sivan Ben Yishai wandert aus und kehrt zurück, dabei gerät sie an die unterschiedlichsten Orte und wird Teil ...

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Theater heute März 2021
Rubrik: Das Stück, Seite 44
von Eva Behrendt

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