Kein Ismus muss
Allem Anfang muss ein Zauber erst injiziert werden, und Stefan Bachmann und sein Team arbeiten hart daran, Köln zu verzaubern. Die Neugier auf den Nachfolger Karin Beiers ist groß. Bachmann tritt ein gutes Erbe an. Wenn ein Theater so ins Zentrum der Aufmerksamkeit einer Stadt gerückt worden ist, kann man auch riskieren, es räumlich an die Peripherie zu verschieben. Nach Köln-Mülheim. In den schwierigsten Stadtteil, einst industrielles Epizentrum, heute der Stadtteil mit den höchsten Arbeitslosenzahlen, doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.
Nebenan, im ähnlich strukturierten Kalk, bespielt das Schauspiel schon seit langem eine ehemalige Fabrikhalle.
Stefan Bachmann hat sich eine riesige Lagerhalle ausgesucht, das «Depot» im Carlswerk auf dem Gelände der alten Kabelfabrik Felten & Guillaume. Kein durch Alter geadeltes Industriedenkmal, sondern ein hässliches 6.000-qm-Monstrum von 1984, eine riesige Wellblechhütte.
Dieses Außenseiterdasein des neuen Kölner Schauspiels ist eine selbstgewählte Herausforderung. Karin Beier hatte auf einem innerstädtischen Ausweichquartier für die Zeit der Sanierung des Schauspielhauses bestanden. Das war dann die Expo-Halle, eine relativ zentral ...
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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Starts/Aufführungen, Seite 12
von Gerhard Preußer
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