Ewald Palmetshofer; Foto: Reinhard Maximilian Werner
Im Licht der Finsternis
Gerhart Hauptmanns Dramendebüt «Vor Sonnenaufgang» evoziert 1889 einen der größten Skandale der deutschen Theatergeschichte: Aus Gründen der Zensur findet die Uraufführung im Berliner Lessing Theater als geschlossene Veranstaltung statt und macht den erst 26-jährigen Dramatiker über Nacht berühmt. Theodor Fontane versteht Hauptmanns Drama als «Erfüllung Ibsens», es polarisiert das Publikum und stößt bei der Kritik überwiegend auf große Skepsis.
«Vor Sonnenaufgang» gilt als das erste deutschsprachige Drama, das die Gattungsbezeichnung «soziales Drama» im Untertitel trägt und dem Naturalismus den Weg auf die deutschsprachigen Bühnen ebnet.
Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer aktualisiert das Hauptmannsche Frühwerk und überschreibt es für das Theater Basel im Sinne der «Basler Dramaturgie», deren Programmatik es ist, klassische Dramentexte aus ihrer zeitlichen und lokalen Gebundenheit zu lösen, von den Zwängen der historischen Verankerung und Bedingtheit zu befreien und für die Gegenwart zu befragen. Dementsprechend schält Palmetshofer die zentralen Motive Hauptmanns aus der gesellschaftspolitischen Realität und der sozialutopischen Patina des späten 19. Jahrhunderts, ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 175
von Constanze Kargl
A
Ayad Akhtar
Junk. The Golden Age of Debt
(Deutsches Schaupielhaus Hamburg)
Mudar Alhaggi
Deine Liebe ist Feuer
(Theater Krefeld/Mönchengladbach)
B
Alexandra Badea
Extremophil (Volkstheater Wien)
Richard Bean
Wunderbares Europa (Landestheater Schwaben)
Utopia (Turbine Theater Langnau am Albis)
Alistair Beaton
Abgefrackt! (Staatstheater Nürnberg)
Magne van den Berg
Das lange...
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Auf der ersten Seite birgt dieser Text gleich ein poetisches Rätsel: «Das hässliche Universum». Kann das Universum hässlich sein? Oder wessen «Universum» wird hier gebasht? Sprechende, fast singende Titel tragen Laura Naumanns Werke, wie «demut vor deinen taten baby», «Manchmal hat die Liebe regiert und manchmal einfach niemand» oder «Zwischen den Dingen sind wir...
