Im Gesundheitsgetriebe
Es ist eine gute Sache, wenn man Krankheiten frühzeitig entdeckt. Dann lässt sich noch was machen. Und für die Umgebung ist es auch praktisch, wenn man frühzeitig über den Gesundheitszustand des Gegenübers Bescheid weiß: Wenn klar ist, dass ein potenzieller Liebhaber den Hang zur Depression in sich trägt, dann verliebt man sich vielleicht besser nicht in ihn. Wenn eine potenzielle Mitarbeiterin innerhalb der nächsten Jahre sterben wird, dann investiert der Arbeitgeber vielleicht besser nicht in ihre Ausbildung.
Und eine Schwangerschaft mit einem behinderten Kind bricht man vielleicht doch besser ab.
Im Programmheft zu Jana Polaseks Oldenburger Inszenierung «Die Laborantin» steht, dass die britische Autorin Ella Road hier eine «Gesundheitsdiktatur» beschreiben würde. Das ist zu hoch gegriffen, niemand wird gezwungen, einen Bluttest zu machen, um unentdeckte Krankheiten auszuschließen. Wer sich dagegen entscheidet, wird wahrscheinlich nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen, bekommt die Traumwohnung nicht oder wird von der Dating-App aussortiert, aber, hey: freie Entscheidung!
Roads Stück, im Mai am Staatsschauspiel Dresden online erstaufgeführt und kurz darauf am Oldenburger ...
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Theater heute November 2021
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Falk Schreiber
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