Ich lebe noch, Gott sei Dank
Mein bester Thomas, ich sende dir Grüße. Hier gehen die Dinge ihren gewohnten Gang. Bombenterror herrscht, und das schon bald vier Jahre. Oder noch länger. Kommt darauf an, ab wann man zu zählen beginnt. Wahrscheinlich hat das gar nie aufgehört. Also auch nie angefangen. Keine Ahnung, was ich dagegen tun kann. Und deshalb bleibe ich zu Hause. Wir haben uns nett eingerichtet, obwohl die Umstände widrig und dieses Einrichten, ehrlich gesagt, ziemlich anstrengend ist.
Oft denke ich, es könne nichts Schlimmeres, nichts Erdrückenderes geben als die eigene Biografie.
Es braucht einem dazu gar nicht schlecht zu gehen. Auch das Glück wird unerträglich, sobald es das eigene ist. Wir sollten deshalb eine eigene Biografie vermeiden. Oder eine fremde vortäuschen, was von den meisten Leuten bevorzugt wird. Wenigstens in unseren Tagen. Das kommt, glaube ich, nicht auf die Mode, sondern ganz auf die Person an. Persönlich mache ich mir nichts aus Kostümierungen. Es würde mir nie einfallen, mir einen Bart stehen zu lassen, bloß, damit mich die Menschen nicht erkennen. Ich würde auch mit Perücke und hinter einer Sonnenbrille erkannt. Und wenn nicht, so würde ich es mir einbilden, was letzten Endes ...
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… der ausgleichenden Gerechtigkeit, mit der unsere 39 Kritiker in diesem Jahr gleich vier Theater aus Hauptstadt, Nord, Süd und Ost, A- und B-Liga zum Theater des Jahres erkoren. Kopf an Kopf mit je fünf Stimmen laufen ein: Bernd Wilms’ kulturpolitisch heftig umkämpftes und schlussendlich wiedererrungenes Deutsches Theater in Berlin, Frank Baumbauers Münchner...
München gilt als chic, das Ruhrgebiet als bodenständig, und aus Mecklenburg-Vorpommern wandern angeblich alle unter fünfzig aus. Jeder Region ist ein Image zugewachsen, das sich hartnäckig hält. Aber wie entsteht das Flair einer Stadt? Wieso hat man in manchen Städten das Gefühl, alle Bewohner sitzen den ganzen Tag entspannt in Cafés, an anderen Orten aber riecht...
Uraufführungen
A Juri Andruchowytsch Orpheus Illegal (Düsseldorfer Schauspielhaus)
B Martin Baltscheit Schneewittchen darf nicht sterben (Düsseldorfer Schauspielhaus) und Winterzirkus (Forum Freies Theater Düsseldorf) ·· Igor Bauersima Boulevard Sevastopol (Burgtheater Wien) und Oh, Die See! (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) und Lucie de Beaune (Schauspielhaus...
