Greatest Hits
Tun wir es wieder / Und wieder / Und wider die Natur», singen Géraldine Schabraque und Sarah Plochl in der Kantine, die als Treffpunkt der queeren Subkultur im nationalsozialistischen Hamburg fungiert. «Wider die Natur» verbindet als elektronisch grundierter TripHop «Die Namenlosen – Verfolgt in Hamburg» aus seinem historischen Bezug heraus mit der Gegenwart. Er ist aber auch gleichzeitig ein einschmeichelnder Popsong, der das Immer -sionstheater der Wiener Gruppe Nesterval durchzieht.
«Die Namenlosen» erweist sich so weniger als harter Stoff denn als massentaugliches Melo -dram: ein Panoptikum, in dem ein Arzt (Johannes Scheutz) das eigene Begehren hinter forcierter Systemnähe versteckt, ein Fotograf (Martin Finnland) und eine Schauspielerin (Gisa Fellerer) glauben, durch eine Scheinehe geschützt zu sein, und ein trauriger Vater (Alkis Vlassakis) seinen mittlerweile als Frau lebenden Sohn vermisst.
Nesterval sind regelmäßig zu Gast beim Internationalen Sommerfestival Hamburg, und Qualität wie Problematik von «Die Namenlosen» können als typisch für das seit zehn Jahren von András Siebold geleitete Festival gesehen werden. Regisseur Martin Finnland arrangiert ein Tableau von ...
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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Falk Schreiber
BERLIN, AKADEMIE DER KÜNSTE
bis 26.11., Luc Tuymans – Edith Clever
Der belgische Maler und Kurator Luc Tuymans hat die Schauspielerin Edith Clever zum Auftakt einer neuen Serie der Sektion Bildende Kunst eingeladen, in der Arbeiten von Akademie-Mitgliedern unterschied -licher künstlerischer Disziplinen mitein -ander konfrontiert werden. Gezeigt werden Leihgaben,...
Im Mai 2011 tauchte an der Karl-Marx-Allee plötzlich ein großes Schild auf, direkt vor dem ehemaligen kleinen Bungalow am Haus der Statistik. Darauf war in schönster Ferienkatalog-Ästhetik der Entwurf des geplanten Bauvorhabens «Berlin del Mar» zu sehen, eine Ferienhotelanlage mit King-Size-Pool, in Kooperation mit TUI. – Hier?, fragte man sich natürlich, direkt am...
Anne Leppers Jugendliche haben gerne einen Chor an der Seite, der wie ein moralischer Kompass funktioniert und ihnen den richtigen Weg weisen soll. Das war schon vor einiger Zeit in Stuttgart so, als eine reiche Lady sich in «Life can be so nice» einen Sonnyboy als Lover hielt. Sie residierte im Penthouse eines Hotels, verbannte den Toyboy dann aber nach unten in...
