Freund:innen laden ein
Menschen am Theater betonen oft, dass sie Vielfalt lieben und Diskriminierungen hassen. Trotzdem ist der Vorwurf nie ganz aus der Welt, nicht alle, die wollten und könnten und sollten, würden vom öffentlichen Theater auch zugelassen als Mitarbeitende oder Künstler:innen. Und natürlich stimmt es. Das professionelle Theater ist ein Produktionsbetrieb mit handverlesenen, wenn auch relativ häufig wechselnden Mitarbeiter:innen, die – zum Glück, sonst bliebe es ein Hobby für Andersfinanzierte – für ihre Arbeit bezahlt werden.
Trotz aller inklusiv-basisdemokratischen Ideen der Öffnung, die von Theaterschaffenden oder Institutionskritiker:innen geäußert werden, ist es keine (scheinbare kostenlose) TikTok-ähnliche Präsentationsplattform für alle, die der Welt etwas/sich selbst zeigen wollen (und über die entsprechenden Produktionsmittel – Internetzugang, Smartphone, freie Zeit etc. – verfügen).
Wie jede andere Organisation unterscheidet sich ein öffentlich finanziertes Theater durch seine spezifischen Zwecke, Mitglieder und Hierarchien von seiner Umwelt, möchte und muss aber mit eben dieser Umwelt in Beziehung treten. Ohne diese Unterscheidung von der Umwelt, der «Gegenwart», der ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Anna Volkland
Da steht er, der Triceratops. Streckt sein behörntes Haupt in einen wolkigen Himmel, als wittere er etwas Vielversprechendes, während im Hintergrund bereits sein Fressfeind lauert, der Tyrannosaurus Rex. Die Rivalität der Ausgestorbenen stimmt in den Abend ein, der von einigen schrägen Figuren handeln wird, die sich bereits auf der Schwelle zum Tod bewegen, oder...
Es beginnt sehr laut, mit einem Auto-Crash – «Crash», so hieß Karsten Dahlems erster Kinolangfilm noch, als er bei den Hofer Filmtagen zum ersten Mal zu sehen war. Chrissi, Polizistentochter aus der badenwürttembergischen Kleinstadt Nußdorf, ist als Stuntfahrerin in einer Autoshow kollidiert, jetzt fährt die Profiraserin einen Rollstuhl, in dem sie in ihr...
Verhörraum oder Orakel? – An beides denkt man bei der seltsamen achteckigen Zelle, die Theresa Scheitzenhammer für Ayse Güvendirens jüngste Regiearbeit in den Werkraum gestellt hat, mit einem Boden aus Luftschachtgitter und vier Wandteilen, die auch als Projektionsfläche dienen, darüber ein Fries mit rot leuchtender Handschrift, die mal «sagen sie» und mal «sag...
