Freischaffende Wut!
Liebes «Theater heute»,
«Mut zur Wut!» war Deine Forderung im diesjährigen Jahrbuch. Dieser Aufforderung
möchte ich unverzüglich Folge leisten und an dieser Stelle meine Wut über die Behandlung einer von Dir leider überwiegend ausgesparten Gattung Theaterschaffender, nämlich die des arbeitslosen, pardon, freischaffenden Schauspielers frank und frei herausposaunen. Denn Du hast gesagt: Alles ist erlaubt!
Hier melden sich nun die arbeitslosen, besser gesagt, die erwerbslosen Schauspieler – denn an unbezahlter Arbeit mangelt es uns meist nicht – zu Wort.
Die Tatsache, dass uns von Deiner Seite keine Aufmerksamkeit zuteil wird, ist nicht gleichbedeutend damit, dass es uns nicht gibt. Und wir sind weder mundtot noch faul! Fühlen sich die Kollegen der Landestheater von Dir in den Maschinenraum gedrängt, so melden wir uns aus der Spülküche, in der wir fleißig unsere Hände wundscheuern, um die Off-Theater-Szene mit selbst mitgebrachtem Geld und jeder Menge Enthusiasmus mit Kunst zu beliefern.
Dabei lassen wir uns weder von den manchmal spärlichen Zuschauerzahlen noch von den teilweise arroganten Blicken oder der Ignoranz der subventionierten Häuser abschrecken. Wir machen zwar mit viel ...
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Theater heute November 2011
Rubrik: LESERBRIEF, Seite 63
von Anika Lehmann
William Shakespeares entstehungsgeschichtlich umstrittenes und kaum gespieltes Stück «Perikles» gehört dem Genre der «Romanze» an und ist eine ziemlich wilde Räuberpistole. Das Drama beginnt mit einem König, der ganz offensichtlich ein inzestuöses Verhältnis mit seiner Tochter lebt; es spielt auf offenem Meer und im Puff; es gibt Verfolgungsjagden und
Piraten,...
Am 11. März 2011 erschüttert ein Erdbeben der nie verzeichneten Stärke 9,0 den Nordosten Japans. Kurz darauf trifft eine ungeheure Tsunami-Welle auf die Küste.
Am Tag des Bebens wird von 133 Toten berichtet, am Folgetag von 686, nur wenige Wochen später haben sich die Schätzungen auf 28.000 Tote und viele Vermisste erhöht. Mittlerweile spricht man von 120.000...
Es ist ein strahlender Herbsttag in Wien – aber so sonnig ist es nun auch wieder nicht, dass man die Brille das ganze Gespräch über aufbehalten müsste. Zumal das Treffen im abgedunkelten Erzherzogzimmer im Burgtheater stattfindet. Und der Porträtierte nicht der New Yorker Musiker Lou Reed ist, sondern der Wiener Schauspieler Johannes Krisch.
Aber Krisch ist nun...
