Fieber, cool und heiß

Bei den Mannheimer Schillertagen zeigt Claudia Bauer «Maria Stuart» als Divengefecht, und Carina Riedl verlegt Fiston Mwanza Mujilas Roman «Tram 83» in die Disko

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Wenn zwei Frauen sich streiten, freut sich die Dritte. Claudia Bauer ist die Dritte in diesem Fall, bei dem es um Elisabeth, Königin von England, und Maria Stuart, Königin von Schottland, geht und eigentlich um die Frage, wie tief man moralisch sinken kann, wenn man die Macht hochhalten will. Zwei Konkurrentinnen bekämpfen sich da bis zum tödlichen Ende der einen – aber die Regisseurin Bauer sieht ihnen keineswegs empört, vielmehr ein wenig amüsiert, wenn nicht gar anspornend zu.

Ihre «Maria Stuart»-Inszenierung zur Eröffnung der Mannheimer Schillertage wirkt wie der emphatische Bericht eines Kommentators am Rande des Boxrings: Erst wenn das Blut richtig fließt, gewinnt der Fight an Farbe und wird entschieden. Warum sich die beiden die Köpfe einschlagen, warum die eine rigoros außer Kontrolle gerät, bis die andere auf der Strecke bleibt, interessiert Bauer weniger.

Wenn schon der erste Blick auf ein Schachbrett fällt, das diagonal den Bühnenboden bedeckt, ist Vorsicht geboten. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass es hier gleich zu einem Kampf kommen wird. Patricia Ta­lacko hat im Hintergrund noch eine Reihe identischer Garderobenboxen bauen lassen, die sich hinter ...

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Theater heute August/September 2019
Rubrik: Festivals, Seite 14
von Bernd Noack

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Figuren:

Svenja Hospizclown, Guter Mensch
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Püppi Älteste Hospizpatientin. Zäh wie Rindsleder
Aram Dienstleistungsproletariat

Anmerkungen:

1.) Unterstrich – bedeutet der Don fährt in Svenja und spricht durch sie
2.) // – bedeutet Jumpcuts in den Vlogs
3.) Arams Akzent ist im Text ausgeschrieben, möge aber als Mittel maßvoll...