Festival: Hand vors Auge!
Wir lernen Bilder lesen. Was meinen die kämpferischen jungen Frauen aus Chile, was die Performance-Dokumentaristen, die vom Kampf des indigenen Mapuche-Volks im Grenzgebiet zu Argentinien erzählen, wenn sie im Schlussbeifall eine Hand vor ein Auge legen? Im Internet der Netzwerke ist die Geste ein bisschen bekannt, auf den Bühnen des Heidelberger Theaters wird sie es nach einigen Tagen.
Sie erinnert an die vielen Opfer der Demonstrationen in Chile seit Oktober vorigen Jahres, denen beim millionenfachen Protest gegen die autoritäre Regierung des Präsidenten Pinera mit Tränengas-Granaten und noch schlimmeren Waffen von Polizisten und Militärs Augen weggeschossen wurden. Wer sich erinnern mag – vor langer Zeit in Genua, beim Protest gegen die Gipfeltreffen der wirtschaftlich potentesten G-7-Nationen, hielten Demonstrantinnen und Demonstranten weißgemalte Hände zu Tausenden in die Kameras der Weltpresse – die chilenische Hand vor dem Auge hat noch dramatischere Wucht.
«Paisajes para nao colorear», Marco Layeras viel gereistes Stück der neun jungen Widerständlerinnen aus Chile (es war zuletzt auch in Berlin sowie gerade in München und Frankfurt zu sehen) ist ein Beispiel für die «Kunst ...
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Aufführungen
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