Erzählen jenseits von Zuschreibungen
«IST DEIN HERUNFTSLAND SICHER?
Nach welche Kriterien?»
Für viele Künstler*innen ist Rassismus nicht erst Thema, seitdem George Floyd umgebracht wurde. Rassismus beginnt nicht bei einem weißen Polizisten, der sein Knie 8 Minuten und 46 Sekunden in den Hals eines Schwarzen Familienvaters drückt, und Rassismus endet da auch nicht.
Dazu gibt es viele wichtige Literatur-Empfehlungen: Alice Hasters «Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen», Ta-Nehisi Coates’ «Zwischen mir und der Welt», «Exit Racism» von Tupoka Ogette, Noah Sows Klassiker «Deutschland Schwarz Weiß», die Essays von James Baldwin und Audre Lorde und vieles mehr. Die diskursive Auseinandersetzung zum Abbau von Rassismus ist die eine Seite der Medaille, die andere ist die persönliche Seite, der Aufbau von Empathie, die Schaffung eines Verständnisses über unterschiedlichste Erfahrungen hinweg – bis an die Grenze der Unmöglichkeit, den eigenen Körper verlassen zu können.
Für Künstler*innen of Color ist die vielleicht relevanteste Funktion von Rassismus seine Auswirkung auf die Wahrnehmung: Wie wird es möglich, einem Schwarzen Menschen nicht als Erstes vor dem Hintergrund seiner Pigmente ins Gesicht zu schauen? ...
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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Lektüresommer, Seite 54
von Necati Öziri
Ulrike Syha In den letzten Monaten hat die Corona-Krise unser aller Leben, auch unser Arbeitsleben, bestimmt. Ihre Auswirkungen und die damit verbundenen Veränderungen im Kulturbereich werden das noch lange tun. Das gilt natürlich auch für uns Theaterautor*innen – obwohl ich manchmal glaube, dass uns die volle Wucht der Krise wohl erst im nächsten Kalenderjahr...
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