Enis Maci: WÜST
Durch die Wiederholung der Gefahr gewöhnt man sich an sie.
I Ging
PERSONAL
DIE PUSSYCATS: Varla – W1 Rosie – W2 Billie – W3
DIE ITALIENISCHE FAMILIE: Marquise Julietta von O-Punkt –W4 Vater – M1 Mutter – M2 Graf – M3
AUSSERDEM: Hebamme = W1 Arzt = M3
DIE WÜSTENFAMILIE: Vater – M1 Gemüse – M2 Kirk – M3
AUSSERDEM: Barista (STIMME, M)
0. violence
Varla willkommen in der gewalt
Billie willkommen bei den worten
Rosie und den taten die aus ihnen folgen
Billie nicht unweigerlich
Rosie aber trotzdem
Varla lassen wir uns verschlingen
Billie verschlingen wir uns
Varla befriedigung unmöglich
Rosie befriedung unmöglich
Pussycats guckt mal das sind ja wir: in weiche haut geschlossene von frauenduft umnebelte nachgiebig-unnachgiebige körper seidige oberflächen mehr nicht
Billie reicht ja auch
Rosie guckt mal wie wir unser ende finden und unsre meisterin
Billie wie aus unsrer asche eine adlerin geboren wird natural born killer in einer mäuschenwelt
Pussycats wir könnten jede sein wir sind nicht jede wir betreten das paradies von seiner rückseite her wir: das dunkel das vom licht zerfetzt wird das ist ein schöpfungsmythos
Varla guckt mal ganz genau hin: wie es dazu kam
1. die ...
ENIS MACI, geboren 1993 in Gelsenkirchen, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Kultursoziologie an der London School of Economics. Während der Spielzeit 2018/19 war sie Hausautorin am Nationaltheater Mannheim. Nach «Lebendfallen», «Mitwisser», «Autos», «Bataillon» und «Wunde R» ist «Wüst» ihr sechstes Theaterstück. 2020 erhielt sie den Literaturpreis Ruhr für ihren Essayband «Eiscafé Europa».
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2021
Rubrik: Das Stück, Seite 100
von Enis Maci
Als ich vor neun Jahren nach Berlin kam, hieß eine der ersten Empfehlungen: «Du musst das k-fetisch auschecken.» Auf der Internetseite des k-fetisch schreiben die Mitglieder des Kollektivs: «Wir alle teilen einen feministischen und anti-rassistischen Grundkonsens. Unsere diversen politischen Überzeugungen sind in diesen Laden geflossen und werden auch immer mal...
Würde nicht André Szymanski diesen Jakob spielen und das mit einer so überzeugend lässigen Ernsthaftigkeit, mit einem so nachdenklichen, ruhigen Ton, dann wäre man am Ende etwas verstimmt. Denn an den Schluss ihrer Inszenierung der «Jakobsbücher» setzt Ewelina Marciniak einen Kommentar, der den titelgebenden Helden wohl auf den Boden der feministischen Tatsachen...
Eva Behrendt Jenny Barthold, Sie engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit am Staatsschauspiel. Seit wann spielt das Thema Klimaschutz für Sie als Bühnen- und Kostümbildnerin eine Rolle?
Jenny Barthold Das Thema betrifft ja nicht nur die Ausstattung, sondern alle Bereiche. Persönlich ist Nachhaltigkeit mir schon lange wichtig, aber beruflich ist...
