Thomas Melle; Foto: picture alliance/dpa

Ein zerbrochenes Doppelleben

Thomas Melle: «Der letzte Bürger»

Erinnern Sie sich noch an die Bundesrepublik? In Bonn lebt man ja quasi in der alten Kulisse dieses untergegangenen Landes, spaziert täglich vorbei an den Baudenkmälern vergangener politischer Macht: Bundeskanzleramt, Villa Hammerschmidt, Langer Eugen. Wie war das eigentlich damals, in der Bonner Republik?

Der Autor Thomas Melle, Jahrgang 1975, ist in Bonn aufgewachsen. Er kennt das bürgerliche westdeutsche Milieu, für das die Stadt, deren Name die ehemalige Republik als Adjektiv schmückt, wie keine andere steht.

Rainald Grebe, ebenfalls im Rheinland aufgewachsen, beschreibt die Kindheit in diesem Land so: «Unsere Eltern haben uns mit Hanuta beworfen, unsere Nachbarn mit Nimm Zwei. Es hat uns an nichts gefehlt, aber genau das war das Problem dabei. Im Fernsehen war ein Mann mit hunderttausend Volt. Es ging uns allen Gold. Mein Sohn, zerreiß nie das goldene Band. Wir sind das Herz von Westdeutschland.»

Alles nur Fassade?

Aber waren die Achtziger wirklich so ein gemütliches Jahrzehnt? Leo Clarenbach, der Protagonist in Thomas Melles neuem Stück «Der letzte Bürger», sieht das anders: «Wir standen kurz davor, atomisiert zu werden.» Für seinen Glauben an eine andere, bessere Welt verrät ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 172
von Nicola Bramkamp