Ein migrantischer Jedermann
Hoffnung und Sehnsucht – zwei unterschiedliche, aber ähnliche Gefühle, die die Menschen zu etwas treiben, das sie nicht haben. In Bochum ist die Hoffnung das, was Menschen ermutigt zu einer besseren Zukunft, und die Sehnsucht das rastlose Gefühl, am falschen Platz zu sein. Beide Gefühle gehören zum Emotionshaushalt von Migranten und Migrantenkindern. Und davon gibt es in Bochum viele.
Mit «Nadzieja i tesknota/Umut ve Özlem/Hoffen und Sehnen» stellt sich das Schauspiel der Gegenwart der Stadt Bochum.
Intendant Johan Simons wurde oft vorgeworfen, er berücksichtige die lokalen Besonderheiten und die Wünsche des Bochumer Publikums nicht. Doch in den letzten Jahren hat das Bochumer Schauspielhaus immer wieder Versuche gemacht, sich der städtischen Wirklichkeit zu öffnen, nicht immer erfolgreich. Aber das Projekt, das nun am Abschluss der Spielzeit stand, erreicht das Ziel: Ankommen in der Wirklichkeit Bochums und Ankommen bei einem Bochumer Publikum, das den Weg ins Schauspielhaus nicht findet. Denn man muss diesmal gar nicht hinein ins hohe Haus. Vor dem Haus steht die Zuschauertribüne, und der Vorplatz und die Balkone werden zur Bühne: Freilichttheater von urbaner Qualität.
Die ...
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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Gerhard Preußer
Personen
Pilger 1
Zeitreisende, 36 Jahre, Binnenflüchtling aus dem Gebiet Luhansk
Pilger 2
Erfinder der Zeitmaschine, 60 Jahre, Binnenflüchtling aus dem Gebiet Luhansk
Szene 0
Pilger 1
erste Regel für Zeitreisende
sich nicht einmischen
zweite Regel für Zeitreisende
was passiert ist ist passiert
dritte Regel für Zeitreisende
kein Paradox schaffen
die...
Das aktuelle Plakatmotiv von Radikal jung, ein Schnappschuss der belgischen Fotografin Frieke Janssens, zeigt eine Turnerin, die sich kopfüber und einhändig auf einem Reck balancierend mit dem Finger der anderen Hand die Brille auf der Nase hält, während sie entschlossen etwas zu fixieren scheint. So ähnlich mögen sich die Macher:innen des Festivals Radikal jung in...
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Anastasiia Kosodii Mein Vater ist Schauspieler im Theater von Saporischschja, und als Kind war ich nicht im Kindergarten, sondern er hat mich zur Probe mitgenommen. Ich wollte nie Schauspielerin oder Regisseurin werden, aber ich wusste, dass ich...
