Ein lernendes Projekt
Migros, das bedeutet in der Schweiz nicht nur Food und Non-Food landauf, landab. Mit ihrem «Kulturprozent» – rund 140 Millionen Franken im Jahr – ist die Migros auch ein Big Player im gesellschaftlichen und kulturellen Engagement in der Schweiz. Innerhalb der Kulturförderung stehen 300.
000 Franken jährlich für das neue Format m2act zur Verfügung, das die bestehenden Förderformate für die Darstellenden Künste nicht ablöst, aber ergänzt: Unter der Leitung des Theaterwissenschaftlers Mathias Bremgartner will m2act namentlich Ko-Kreation, Wissenstransfer, faire Praxis und nachhaltige Strukturen fördern.
Andreas Klaeui Was waren die Gründe dafür, neben der herkömmlichen Projektförderung 2020 ein neues Fördermodell aufzubauen?
Mathias Bremgartner Wir haben als Team im Rahmen einer Umstrukturierung die Möglichkeit erhalten, im Bereich der darstellenden Künste ein neues Förderprojekt zu entwickeln. Wir haben zunächst geschaut, was die Bedürfnisse in der Szene sind, wo die aktuellen Brennpunkte liegen und wo Lücken in der Förderlandschaft existieren.
Klaeui Wo machen Sie diese aus?
Bremgartner Eine große Lücke besteht insbesondere darin, dass die öffentliche Hand hauptsächlich die ...
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Theater heute Januar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Andreas Klaeui
Das Gegenteil von Empörung ist Entspannung. Dass Regisseur Daniel Foerster seine Uraufführungsinszenierung von Caren Jeß’ neuem Stück «Eleos» in einem Spa namens «Relaxation» verortet, soll also vermutlich szenische Reibungsenergie freisetzen. Laut Untertitel haben wir es nämlich mit einer «Empörung in 36 Miniaturen» zu tun. Im Haus zwei, der kleinen Bühne des...
Schon der erste Moment ist auf gute Weise irritierend. Während man in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin normalerweise auf der Tribüne Platz nimmt, sitzt man bei Jossi Wieler, der Jon Fosses neues Theaterstück «Starker Wind» inszeniert, auf der Spielfläche. Doch das begreift man erst so richtig, als sich der Vorhang lüftet und statt der Bühne der leere...
Wann hat das eigentlich angefangen, dass aus der Zukunft als Verheißung oder zumindest offen gestaltbarem Raum ein zunehmend unaufhaltsam heranrollender Alptraum geworden ist? Und aus der Gegenwart mit all ihren Krisen und Verlockungen vor allem die Voraussetzung dafür? Mittlerweile stecken wir so tief drin in der Erwartung, dass alles nur noch schlimmer werden...
