Ein Lachgas der Zukunft anmischen
Politisches Theater – dies bestätigen aktuelle Festivals, die Positionen zeitgenössischer Dramatik eine Plattform geben wie der Heidelberger Stückemarkt oder das Münchner Festival «Radikal jung» –, politisches Theater kommt derzeit eher nicht aus Deutschland, sondern aus dem Ausland. Aus den Ländern des arabischen Frühlings etwa, in denen das Theater als Sprachrohr der jungen und höchst labilen Demokratie dient oder solchen wie Ungarn, in denen diese junge Demokratie schon wieder im höchsten Maße bedroht ist.
Hierzulande wird dagegen immer wieder geklagt und gejammert über mangelnde Welthaltigkeit und Relevanz der neueren deutschen Dramatik, über fehlende Tiefe, Allgemeingültigkeit und eine allzu niedrige Halbwertzeit. Sattsam bekannt ist das Lamento über Privatismus und Innerlichkeit, über die versponnene Philosophistik und den raunenden Romantizismus der jungen Stückeschreiber. Poetische Überhöhung einer allzu erfahrungslosen Lebenswirklichkeit und gediegenes dialogisches Kunsthandwerk – mehr scheint man von den dichtenden Empfängern staatlicher Transferleistungen nicht erwarten zu können, die das Theater als vergleichsweise durchlässigen Ort einer diffusen Kreativität für sich ...
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Theater heute August/September 2012
Rubrik: Neue Stücke, Seite 34
von Christopher Schmidt
Irgendwann im fortgeschrittenen Stadium von «Der Geizige» rollt Harpagon einen staubigen und schon ziemlich abgetretenen Perserteppich in Bert Neumanns Jahrmarktsguckkastenbühne aus. Stammgäste kapieren sofort, dass die aggressive Seitenlage, in die Martin Wuttke sich darauf wirft, nicht ohne Häme den Kollegen Wolfram Koch in der «(S)panischen Fliege» zitiert. Dort...
Aachen, Grenzlandtheater
13.8. Hamilton, Gaslicht
R. Anja Junski
19.9. Shakespeare,
Ein Sommernachtstraum
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
21.9. Schwab, Präsidentinnen
R. Roland Hüve
23.9. Shakespeare, Macbeth
R. Ludger Engels
29.9. Herrndorf, Tschick
R. Lilli-Hannah Hoepner
Altenburg/Gera, TPT
30.9. Tabori, Mein Kampf
R. Deborah Epstein
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
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Wald und Keller gelten gemeinhin als Orte der Unübersichtlichkeit, als Fluchträume, in denen die reglementierenden Kräfte von Staat und Über-Ich keinen Zugriff haben oder zumindest nur einen Teil ihrer Macht entfalten können als unheimliche Anziehungspunkte, an denen man in der Begegnung mit sich selbst das Fürchten lernen kann. In München haben sich – rein...
