«Die Zuschauer sollen auf keinen Fall frieren»

Im Energiekrisenszenario stehen die Häuser am besten da, die sich schon früh mit Nachhaltigkeit beschäftigt haben. Man rechnet mit drastischen Kostensteigerungen: ein Rundgang durch deutsche Theater

Theater heute - Logo

Ist also nun «Gas» von Georg Kaiser das Stück der Stunde? Immerhin hört man da Sätze, die ohne große Not auf die derzeitige brenzlige weltpolitische Schieflage bezogen werden können; Krieg, Abhängigkeit, Lieferstopp – alles drin: «Die gesamte Rüstungsindustrie ist auf Gas eingerichtet. Das Fehlen dieses Betriebsstoffes würde die Fabrikation des Waffenmaterials auf das Empfindlichste schädigen. Wir stehen vor einem Kriege. Ohne die Rohenergie von Gas wird das Rüstungsprogramm undurchführbar.

Aus schwerwiegendem Grunde kann die Regierung eine längere Unterbrechung in der Lieferung von Gas an die Waffenwerke nicht dulden.» 

In Dresden, wo man am Staatsschauspiel das Stück derzeit spielt, meint die Dramaturgie dazu: «Die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen, die seit dem Beginn von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine unser Leben beeinflussen, haben auch die Arbeit an der Inszenierung von Georg Kaisers ‹Gas›-Trilogie geprägt. Der Ruf nach Gas› als Energieträger und mögliche Alternativen dazu, der Krieg um die Ressourcen – all dies erscheint im Zuge der ‹Zeitenwende› seit Kriegsbeginn in einem neuen Licht und wirft viele Fragen auf.» In Publikumsgesprächen wird über eben diese ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute 11 2022
Rubrik: Gaskrise, Seite 48
von Bernd Noack

Weitere Beiträge
Wenn Artisten altern

So leise kann der Neue Zirkus daherkommen: Acht Männerkörper bewegen sich zu kontemplativen Musik-Loops über die Bühne im Karlsruher Kulturzentrum Tollhaus. Was sie zeigen, ist kaum mehr als das kleine Einmaleins der Artistik – etwa der aufrechte Stand auf den Schultern eines anderen, der sich dabei durch den Raum bewegt. Und dennoch schafft die belgische There...

Im Wald baden gegangen

Immer wenn es das Establishment mit Gier, Ressentiment und Gewinnmaximierung auf die Spitze treibt – und dabei an seine Grenzen stößt –, wird die Sehnsucht nach einem Ort, der nicht Law and Profit bedient, sondern Fantasie, Gemeinschaftssinn, mitunter auch Rausch und Wahn, besonders groß. Wie ein solches Außen entspannter Anarchie und sorgefreien Dahinlebens zu...

Premieren 11/22

AACHEN, THEATER 
11. Lasker-Berlin, Ich, Wunderwerk und How much I love disturbing content 
R. Marlene Anna Schäfer 
17. Günther, Die (Un)Entbehrlichen (U) 
R. Ulrike Günther 
18. von Düffel nach Ende, Die unendliche Geschichte 
R. Roman Kohnle

AALEN, THEATER DER STADT 
12. Schmitt, Oskar und die Dame in Rosa 
R. Tina Brüggemann 
20. Ludwig nach Kästner, Pünktchen...