Die Schlupfwinkelfinderin
Derzeit steht sie in Stuttgart in Shakespeares «Der Sturm» auf der Bühne: als Miranda, Tochter des Prospero, neben André Jung. Camille Dombrowsky, 26 Jahre alt, spielt Miranda als selbstbewusste, schlagfertige, emanzipierte junge Frau. Natürlich reißt sie dem heißbegehrten jungen Prinzen Ferdinand die Kleidung vom Leib – und nicht umgekehrt. Dombrowsky hat sich schnell in die Herzen des Publikums gespielt – und auch gesungen. Im «Sturm» singt sie nämlich auch eine Arie von Antonio Vivaldi.
Schließlich hat sie gleich zwei künstlerische Ausbildungen an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» absolviert: Zunächst studierte sie klassischen Gesang – nachdem sie 2014 beim Bundeswettbewerb «Jugend musiziert» den ersten Preis gewonnen hatte –, dann schloss sie gleich noch eine Schauspielausbildung an. Warum? Sie habe in Aufführungen des Fachs Schauspiel gesessen und sei fasziniert gewesen, wie sehr sich die Studierenden der Spielsituation aussetzen, sich verausgaben, nach Wahrhaftigkeit suchen, ihren Körper einsetzen. «Das wollte ich auch: die Sachen wirklich fühlen, und nicht nur so tun, als ob», wie sie es so oft auf der Opernbühne gesehen hatte. ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Knappheit - alles auf Kante, Seite 14
von Verena Großkreutz
Karin Cerny Florentina, wie ist es dir beim Apnoetauchen ergangen?
Forentina Holzinger Wir haben für «Ophelia’s Got Talent» statische Apnoe trainiert. Ich habe einen niedrigen Blutdruck, deshalb ist es mir von Anfang an leichtgefallen, mich zu entspannen und das System runterzufahren.
Cerny Man würde annehmen, du wärst der energetische Typ.
Holzinger Ich bin ein...
Und natürlich könnte ich hier jetzt mit großer Geste die Utopie eines Theaters des Verzichts proklamieren. Was braucht es denn mehr als die paar Bretter, die die Welt bedeuten, und ein paar Leute, zur Not auch Lai:innen, die sich da rauf stellen, um uns hier unten zu belustigen. Wir packen ein paar Kostüme auf den Leiterwagen und ziehen los, ganz wie in alten...
Die frühen Jahre
Ausgesetzt In einer Barke von Nacht
Trieb ich
Und trieb an ein Ufer.
An Wolken lehnte ich gegen den Regen.
An Sandhügel gegen den wütenden Wind.
Auf nichts war Verlaß.
Nur auf Wunder.
Ich aß die grünenden Früchte der Sehnsucht,
Trank von dem Wasser das dürsten macht.
Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,
Fror ich mich durch die finsteren...
