Die Kehrseite der Moderne

Der norwegische Autor Jon Fosse erhält den Literaturnobelpreis 2023

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Eines haben die schwedische Akademie und Jon Fosse auf jeden Fall gemeinsam: Sie lassen sich Zeit. Die Ehrung mit dem Literaturnobelpreis erfährt der norwegische Dramatiker und Prosa-Autor gut zwanzig Jahre nach seiner Hochkonjunktur nicht nur auf den deutschsprachigen Bühnen Ende der 1990er, Anfang der Nuller Jahre. Zwischen 2000 und 2006 verging keine Spielzeit ohne mindestens eine, manchmal auch bis zu fünf deutschsprachigen Erst- oder gar Uraufführungen des wortkargen Autors. Erinnerungen an Thomas Bernhards Serienstückeschreiben in den 1970–80ern wurden wach.

Nach dem kometenhaften Start wurde es danach wieder schnell deutlich stiller um Fosse; 2014 verkündete er nach über 30 Stücken die Rückkehr zur Prosa und Lyrik. Nach eigenem Bekenntnis nicht zuletzt, weil die Dauerpremierentour in ein manifestes Alkoholismusproblem geführt hatte.

Zum Schreiben, so hat er der «Basler Zeitung» einmal erzählt, geht Jon Fosse in seine «hytte». Die muss man sich in der Nähe von Bergen über einem Fjord vorstellen, als «einfaches dunkelbraunes Holzhaus mit einer winzigen Dachkammer». Zur Entspannung «setzt er sein von einem alten Bootsmeister neu gebautes Holzboot aufs Wasser, fischt und träumt ...

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Theater heute November 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Franz Wille

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