Der Tanz ums goldene Objekt

Thomas Melle «Die Lage»

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Eine schöne und noch dazu bezahlbare Wohnung in einer deutschen Großstadt zu finden, ist schwer. Das Angebot ist knapp und die Konkurrenz der Mitbe­werber groß. Der Immobiliendarwinismus prägt mittlerweile das soziale Klima. Früher sprach man von Gentrifizierung, heute von der Hypergentrifizierung. Gemeint ist, dass nicht nur die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten keinen Wohnraum mehr finden, sondern zunehmend auch viele Besserverdienende aus dem deutschen Mittelstand.

Die Gentrifizierung ist nicht nur ein Schluckauf im System, sie fordert gesellschaftspolitische Grundsatzentscheidungen. Noch sind die Demonstrationen derjenigen, die fürchten, entwohnt zu werden, friedlich. Und in Berlin wird über die Enteignung großer Wohnungsgesellschaften nur diskutiert. Aber was passiert, wenn die Situation sich zuspitzt und der Verdrängungswettbewerb zunimmt? Wenn die Betroffenen auf die Barrikaden gehen? Genau darum geht es in Thomas Melles neuem Stück mit dem vieldeutigen Titel «Die Lage».

«Personen in Wohnungen an Orten und Zeiten», nennt Melle seine Szenenfolge. Es ist ein illustrer Chorsatz, ein Konzert aus Stimmen von Makler*innen, Obdachlosen und der anwachsenden Gruppe von ...

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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 170
von Ingoh Brux

Vergriffen
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