Das Schlechtere aus beiden Welten
So klingt ein Hilferuf: «Wir, die Hörspiel-, Theater- und Rundfunk-Autor*innen, wenden uns an die ARD und die Öffentlichkeit, weil wir die Zukunft unseres Kunstschaffens im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bedroht sehen. Der Rundfunk macht derzeit seine größte Medientransformation durch, indem er vom linearen Senden auf Online umstellt. Das ist richtig und zeitgemäß. In diesem Prozess aber drohen sowohl die Repräsentation als auch die Produktion von Kunst und Kultur Schaden zu nehmen – und damit nicht zuletzt die Arbeitsgrundlagen für Autorinnen und Autoren.
»
So weit der erste Absatz eines Offenen Briefs des Verbands der Theaterautor*innen und der Hans-Flesch-Gesellschaft, Forum für akustische Kunst e.V. Dazu muss man wissen, dass gerade Bühnenautor*innen in ihrem meist schwierigen Einkommensmix auf Quer- und Zusatzfinanzierung durch Hörspiel-Aufträge angewiesen sind; viele Theaterstücke gehen auf Hörspiel-Aufträge zurück oder werden auch als Hörspiele produziert, und selbst wenn nicht, bleiben die Hörspiel-Abteilungen der ARD eine wichtige Einnahmesäule der Autor*innen.
Konkret geht es um dreierlei: die neuen Vergütungsregeln für Erstsendungen und Wiederholungen, den Wegfall von ...
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Theater heute August/September 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Neun Tage Festival, ein Dutzend Hochschulen, 23 Produktionen: «So viel junges Theater gab es beim Körber Studio noch nie», beschreibt Thalia-Intendant Joachim Lux die Ausgabe des diesjährigen Festivals «Körber Studio Junge Regie». Was euphemistisch nach Rekorden klingt, ist natürlich eine bittere Folge der Pandemie-bedingten Theaterschließungen. Entsprechend musste...
Erstmal bleibt alles dunkel. Wer nach sieben Monaten Lockdown möglichst ein paar Schauspieler live sehen will, muss sich noch 20 Minuten gedulden. Bühne und Zuschauerraum sind rabenschwarz. Nur Stimmen: Mal mehr von vorne oder hinten, mal von links oder rechts. Verschiedene Sprecher, wiederkehrende und einmalige, bekannte und unbekannte. War das nicht ein Schnipsel...
Ob spanisch als Don Juan oder italienisch als Don Giovanni: Der Wüstling mit den überstarken Triebimpulsen, die er uneingeschränkt in Sex und Gewalt umsetzen darf, ist eine der präsentesten Gestalten in den europäischen Künsten – ob es sich dabei um Dichtung, bildende Kunst oder Musik handelt. Am bekanntesten geworden ist der maßlose Macho, der auch als furchtloser...
