Das Dilemma der Revolution
Man muss ein Mensch sein.» Was ist ein Mensch? Ist der Mensch ein Tier? Ein Mensch sein – eine große Aufgabe. Eine Frau sein, eine noch größere? Die Fragen könnten nicht grundsätzlicher sein, der Bühnenaufwand nicht geringer. Ein leerer Wohnzimmerkasten mit Sofa und Schreibtisch, in der Mitte eine Schiebetür, das ist alles. Große Fragen, wenig Worte. «Man darf kein Tier sein, man muss ein Mensch sein», ist einer der wenigen Sätze, der einzige wiederholte Satz in der Aufführung.
Saara Turunens neues Stück «Früchte der Vernunft», das im letzten Jahr in Helsinki uraufgeführt wurde, nun von ihr selbst inszeniert am Bochumer Schauspielhaus, spielt fast in demselben Bühnenbild wie «Das Gespenst der Normalität», ihr erstes in Bochum aufgeführtes Stück: geschlossener Raum, spärlich möbliertes Bürgermilieu unter der niedrigen Decke (Bühne Milja Aho). Ein Guckkasten wie eine Puppenstube. «Räume-Trilogie» nennt die Autorin ihre letzten drei Bühnenwerke.
Im Mittelpunkt stehen Frauen, Typen skizzenhaft angedeutet: die Kinderlose, die Mutter, die Genusssuchende, die einsame Trauernde, die Sexbombe. Die Wortkargheit wird hier zum bewusst gewählten Stilmittel. Aber immer spricht die zur Szene ...
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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 11
von Gerhard Preußer
AALEN, THEATER DER STADT
1. Sobrie und Ruëll, Wutschweiger
R. Ella Elia Anschein
7. Coste, Nein zum Geld!
R. Tina Brüggemann
ALTENBURG/GERA, THEATER
1. Goetz, Hokuspokus
R. Manuel Kressin
14. Sommerfeldt, Das perfekteste Tier des Universums
R. Sophie Oldenstein
21. Roger-Lacan, Noch einen Augenblick (Encore un instant)
R. Manuel Kressin
28. Wilde, Dorian Gray
R....
Pläne der Redaktion
In der letzten Saison unter Leitung von Barbara Frey zeigt die Ruhrtriennale u.a. eine Neuproduktion von Gisèle Vienne, «Extra Life» – ein Festivalreport
Andreas Beck startete mit fünf Jahren im Kinderballett, später ging’s von Eisleben über u.a. Kassel und Dortmund ans Wiener Volkstheater: ein Porträt
Sibylle Berg ist auf alles, was mit...
Tun wir es wieder / Und wieder / Und wider die Natur», singen Géraldine Schabraque und Sarah Plochl in der Kantine, die als Treffpunkt der queeren Subkultur im nationalsozialistischen Hamburg fungiert. «Wider die Natur» verbindet als elektronisch grundierter TripHop «Die Namenlosen – Verfolgt in Hamburg» aus seinem historischen Bezug heraus mit der Gegenwart. Er...
