Das Dilemma der Revolution

Saara Turunens neues Stück «Früchte der Vernunft» und Robert Borgmanns theatrale Installation von «Dantons Tod» nach Büchner im Schauspielhaus Bochum

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Man muss ein Mensch sein.» Was ist ein Mensch? Ist der Mensch ein Tier? Ein Mensch sein – eine große Aufgabe. Eine Frau sein, eine noch größere? Die Fragen könnten nicht grundsätzlicher sein, der Bühnenaufwand nicht geringer. Ein leerer Wohnzimmerkasten mit Sofa und Schreibtisch, in der Mitte eine Schiebetür, das ist alles. Große Fragen, wenig Worte. «Man darf kein Tier sein, man muss ein Mensch sein», ist einer der wenigen Sätze, der einzige wiederholte Satz in der Aufführung.

Saara Turunens neues Stück «Früchte der Vernunft», das im letzten Jahr in Helsinki uraufgeführt wurde, nun von ihr selbst inszeniert am Bochumer Schauspielhaus, spielt fast in demselben Bühnenbild wie «Das Gespenst der Normalität», ihr erstes in Bochum aufgeführtes Stück: geschlossener Raum, spärlich möbliertes Bürgermilieu unter der niedrigen Decke (Bühne Milja Aho). Ein Guckkasten wie eine Puppenstube. «Räume-Trilogie» nennt die Autorin ihre letzten drei Bühnenwerke.

Im Mittelpunkt stehen Frauen, Typen skizzenhaft angedeutet: die Kinderlose, die Mutter, die Genusssuchende, die einsame Trauernde, die Sexbombe. Die Wortkargheit wird hier zum bewusst gewählten Stilmittel. Aber immer spricht die zur Szene ...

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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 11
von Gerhard Preußer

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