Buhlen um die Araber

Schorsch Kamerun «Abseitsfalle» (Theater)

Wenn man im Charterbus durch Oberhausen kutschiert wird, sieht es auf den ersten Blick gar nicht so übel aus. Das hell erleuchtete «Centro» (ob «Tschentro» oder «Kentro», darüber streiten die Einheimischen noch) soll die größte Shoppingmall Europas sein, und gleich daneben lockt das «Metronomtheater» mit dem Erfolgsmusical «Wicked». Einst stand hier die mächtige «Gutehoffnungshütte» mit 30.000 Beschäftigten, während ihre säkularen Nachfolger lediglich 3–4.000 Dienstleistern Arbeit verschaffen.

Die Region sei im Begriff «abzusaufen», heißt es; Christoph Schlingensief klagte, gewissermaßen im Grönemeyer-Sound, das Oberhausen, aus dem er komme, sei «voll im Arsch», da könne man den Menschen nicht noch ihr Allerletztes nehmen. Das Theater.Und das Vorletzte? Rot-Weiß Oberhausen? Auch der Fußballclub, derzeit in der Zweiten Liga tätig, hat eine lange Tradition. Wie das Theater, das unter Peter Carps Intendanz aufblüht, spielt der Verein antizyklisch und denkt gar nicht daran, einfach abzusaufen.

 

Nun hat sich ein potenter Sponsor gefunden, ARAB PETROL («oil for culture»), der freilich nur eines von beiden fördern kann. Fußball oder Theater. Auch Fußball gehöre ja irgendwie im weitesten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2010
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Martin Krumbholz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Lebensgeisterstun­den

Richard Maxwell gilt als Innovator, Purist, ja gar als Außenseiter in der New Yorker Avantgardeszene. Seine Inszenierungen seien sperrig und spröde, eine Reise ins Ungewisse, jeder Abend neu improvisiert, raunen Stimmen im Feuilleton. Keine Bühnenbilder, keine Beleuchtungseffekte, kein Spiel. 

 

Was Richard Maxwell für das Theater Bonn in Zusammenarbeit mit einigen...

Aufführungen

Wenn man Stücke trinken könnte, dann hätte ich gerne eine Flasche vom Kirschgarten»: Tilmann Köhlers «Liebeserklärung an den Kirschgarten» kann man auf der Website des Dresdner Staatsschauspiels nachlesen, wo der junge Hausregisseur jetzt seinen ersten Tschechow inszeniert. Altmeister Wolfgang Engel hat sich indessen nach Weimar begeben, wo er den Verschwörungen in...

«Wir haben doch Gruppe!»

Die Truppe, die da ihren Feierabend auf einem Kreativität simulierenden Tapeziertisch im Hamburger Thalia Theater abhockt, könnte direkt von einem Ayurveda-Kurs aus Berlin-Prenzlauer Berg weggecastet sein. Wie in einem Standbild eingefroren, schauen die Anzug-, Goldfummel- und Blumenkleidträger/innen erst mal minutenlang stumm ins Publikum. Einzig die stehende...