Bleib zuhause!
Von einer Übersiedelung nach Marseille ist dringend abzuraten. Zumindest wenn man sich die Fallbeispiele auf der diesjährigen Berlinale vor Augen führt. In Jan Krügers Forumsbeitrag «Auf der Suche» erleidet Volksbühnen-Novize Trystan Pütter in der Rolle eines ausgewanderten Arztes in der sonnig grauen Mittelmeerstadt den totalen Selbstverlust: Drogen, Affären mit beiderlei Geschlechtern (obwohl Simon eigentlich homosexuell ist), schließlich Selbstmord, oder doch bloß eine Überdosis? In jedem Fall: bitter.
Bitter auch, wie sich Thalia-Ensemblegröße Felix Knopp als Hochstapler in Jan Schomburgs Panorama-Film «Über uns das All» von seiner Ehefrau (Sandra Hüller) davonstiehlt. Erst täuscht er ihr einen prächtigen Uni-Abschluss in Medizin vor, dann heißt es: Komm, wir ziehen nach Marseille. Schließlich reist er schon mal vor, um sich alsbald in der Gluthitze des Südens mit Abgasen aus seinem Auto selbst aus dem Verkehr zu ziehen. Allons enfants de la patrie – Marseille, ein betoniertes Grab für heimatferne Melancholiker.
Virtuosinnen der Verdrängung
Die 61. Berlinale – aus dem Theaterblickwinkel angeschaut – war ein Filmfest der Identitätsstöbereien, ein Fest, auf dem mal mehr, mal ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2011
Rubrik: Berlinale, Seite 38
von Christian Rakow
Und dann ging alles ganz schnell. Kaum fünf Wochen dauerte es von dem durch Indiskretion bekannt gewordenen Angebot bis zur Vertragsunterschrift, mit der Karin Beier am 4. März im Rathaus der Hansestadt ihre Intendanz des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zur Spielzeit 2013/14 besiegelte. Beiers Timing saß perfekt, und ihre Taktik ging auf, sich in Hamburg früh...
Franz WilleImmer mehr Leute, die sich früher Dramaturg genannt hätten, heißen heute Kuratoren. Ist das ein reines Etikettenphänomen – heute hat sogar der Berliner Zoo einen «Bären-Kurator» –, oder was ist neu an dieser Arbeitsplatzbeschreibung?
Marion HirteSo wie ich das Festivalwesen verstehe und damit den neuen Begriff des Kurators, wäre wohl der Unterschied,...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
14. DiPietro, Noch einmal verliebt (DE)
R. Stefanie Stroebele
Aachen, Theater
Kasse: 02 41/478 42 44
2. nach Döblin, Berlin Alexanderplatz
R. Ewa Teilmans
aalen, Theater der Stadt
Kasse: : (073 61) 52 26 00
16. Shakespeare, Hamlet
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 034 47/58 51 61
...
