Bamberg: Nichts wie raus aus diesem Haus
Emulie weiß nicht so recht, wie ihr geschieht. Die Zehnjährige ist Gast einer schrecklich netten Familie, deren Papa so Sachen sagt wie: «Ich habe den Obdachlosen im Fernsehen brennen sehen, ein paar Ausländer haben ihn angezündet. Ich hoffe, sie waren gut integriert.» Und die Gastmama lächelt die Ängste ihres Gastkindes derart gefühllos weg, dass man sie sich auch in einem Stück vorstellen könnte mit Alice Weidel als Leiterin einer AfD-Kita.
Für Bamberg hat Bonn Park ein Stück geschrieben, in dem ein Mädchen nichts wie raus will aus diesem Haus, in das es geraten ist.
Es sei ein Ferienhaus, wurde Emulie gesagt, in Wirklichkeit soll sie hier so «integriert» werden, dass sie fortan in die vielbeschworene deutsche Mitte passt. Inszeniert hat Park sein neuestes Stück als perfide Familienhölle, die die Frage aufwirft, was in dieser Mitte eigentlich los ist. Ist sie immer noch ein Hort des Gemeinwesens, in dem Konsens, Stabilität und Produktivität herrschen? Oder könnte es sein, dass der anschwellende rassistische Bocksgesang in deutschen Landen zwar vom rechten Rand aus dirigiert wird, seinen Echoraum aber in dieser Mitte findet?
«Das Deutschland» ist eine von zwei Uraufführungen ...
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