Aus Gründen
Alles ist klar, noch bevor irgendetwas erzählt oder gespielt wurde. Selbst mir, zugezogen, ohne nennenswerte Kenntnis der Lokalgeschichte, ist klar, was am Ende dieses Theaterabends über den Bombenanschlag auf eine Gruppe Sprachschüler:innen in Düsseldorf im Jahr 2000 stehen wird: eine Mehrheitsgesellschaft, die schweigt und rasend schnell vergisst; eine Polizei und Justiz, die versagt; Aktivist:innen, deren Wissen über Neonazis nicht zählt; Überlebende, die allein gelassen werden mit dem Schmerz und der Angst; eine rechte Szene, die einen weiteren Sieg verbuchen kann.
Dass der Ausgang deprimierend absehbar ist, macht «Dunkeldorf» nicht weniger relevant, im Gegenteil. Autorin Juliane Hendes und Regisseur Christof Seeger-Zurmühlen gelingt ein vielstimmiges, forderndes Bild der Ereignisse, das pars pro toto für ein Grundproblem der Bundesrepublik stehen kann: für das ewige Unterschätzen, Relativieren, Ignorieren rechten Terrors, Anschlag für Anschlag, Mord für Mord.
Könnte sein, dass gerade das Theater – als Medium der permanenten Wiederholung – eine so passende Form ist, um sich mit dem verdrängten Altbekannten neu zu konfrontieren.
Hendes und das Theaterkollektiv Pièrre.Vers haben ...
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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Cornelia Fiedler
WWW.ARDMEDIATHEK.DE
bis Juni 24, Paradies Trilogie
Ulrich Seidls auf den Filmfestivals in Cannes, Venedig und Berlin gefeierte und kontrovers diskutierte Filmtrilogie (2012–2013) erzählt in drei Teilen – «Liebe», «Glaube» und «Hoffnung» – von drei Frauen aus einer Familie, die jede für sich ihren Urlaub verbringen: als Sextouristin in Kenia, als missionierende...
Was macht der Mond über Soho? Er leuchtet, scharlachrot. Schwebt aber nicht liebevoll-frei, besänftigend über Menschen und Dingen. In ihm steckt ein Stachel, auch rund um den Himmelskörper gruppieren sich farbige Figuren, denen das Sentimental-Sehnsüchtige abgeht. Sie alle sind Teil eines Bühnenbildes von Magda Willi, das dem Suprematismus nachempfunden ist und die...
AALEN, THEATER DER STADT
1. Sobrie und Ruëll, Wutschweiger
R. Ella Elia Anschein
7. Coste, Nein zum Geld!
R. Tina Brüggemann
ALTENBURG/GERA, THEATER
1. Goetz, Hokuspokus
R. Manuel Kressin
14. Sommerfeldt, Das perfekteste Tier des Universums
R. Sophie Oldenstein
21. Roger-Lacan, Noch einen Augenblick (Encore un instant)
R. Manuel Kressin
28. Wilde, Dorian Gray
R....
