Achtung, Rezeptionskontrolle
Es waren vergleichsweise idyllische Zeiten, als Festivalmacher wie kleine James Cooks durch die Welt reisten und interessante Theaterkompagnien entdeckten, als wären es unbekannte Inselgruppen. Man packte eine New Yorker Off-Off-Produktion ins Körbchen, ließ sich vom Direktor eines argentinischen Hinterhoftheaters unter den Tisch saufen und steckte, vom Kollegen aus Beirut beraten, noch zwei Fische aus dem Mittleren Osten ins Netz. Vielleicht entdeckte man in der eigenen Stadt noch ein leerstehendes Fabrikgebäude und ließ es von befreundeten Künstlern bespielen.
Eins aber war diesen sammelwütigen Abenteurern gewiss: ein staunendes Publikum, das sich neugierig über die ausgebreiteten Mitbringsel beugte.
Kontext schlägt Werk
Die Zeiten der Cooks sind vorbei; aus Festivalmachern sind Kuratoren geworden. Auch in der Bildenden Kunst, aus der die Berufsbezeichnung eigentlich stammt, öffnen passionierte Ausstellungsmacher dem Publikum ihre Archive und Wunderkammern. Nicht alle sind Charismatiker vom Schlag Harald Szeemanns. Aber was sie zeigen, sind nicht nur ihre Schätze, sondern sehr persönliche oder auch ideologische Ordnungs-, Interpretations- und Verweissysteme. In ihnen verschiebt ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Die Kunst der Kuratoren, Seite 15
von Eva Behrendt
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
14. DiPietro, Noch einmal verliebt (DE)
R. Stefanie Stroebele
Aachen, Theater
Kasse: 02 41/478 42 44
2. nach Döblin, Berlin Alexanderplatz
R. Ewa Teilmans
aalen, Theater der Stadt
Kasse: : (073 61) 52 26 00
16. Shakespeare, Hamlet
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 034 47/58 51 61
...
Ungefähr 15.000 Zeichen soll dieser Text lang werden. Nicht gerade wenig für das Porträt eines Nachwuchsdramatikers, naturgemäß aber viel zu wenig, um die ganze, komplexe Welt zu fassen zu kriegen. Und auch viel zu wenig für Wolfram Lotz. Denn wenn es nach und um Lotz geht, müsste man eigentlich Indianisch sprechen oder eine andere Sprache, die keiner versteht. So...
Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen, die voller Enthusiasmus und Energie Theater spielen. Aber unter uns: Wenn es nicht gerade die eigenen Kinder sind, die sich auf Schul- oder Kitabühnen austoben, ist diese Behauptung reine Heuchelei. Ein gutes Beispiel für die Wirkungsgrenzen von Jugendfrische und Kreativität kann man derzeit in den Kammerspielen des...
