140 Stühle in vier Akten
Ohne Licht gibt es keinen Raum», erklärt Robert Wilson zum Start der Ausstellung «A Chair and You«, die noch bis zum 6. Oktober im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst zu sehen ist und mit der sich das Museum zum 150. Geburtstag selbst beschenkt. Oder zumindest fast, denn um den Inszenator und sein Team zu bezahlen, musste das Grassi bereits auf sein Budget vom nächsten Jahr zurückgreifen, was die Stadt ausnahmsweise erlaubte.
Die 140 Stühle, alle entstanden zwischen 1955 und 2017, die jetzt in Leipzig von Decken und Wänden hängen, in Regalen auf Podesten und auf dem Boden stehen, stammen aus der Sammlung von Thierry Barbie-Mueller, die insgesamt 650 Stühle umfasst. Viele von ihnen Studien, Prototypen, Einzelstücke und sicherlich nicht alle zum Zweck des Sitzens geeignet. Stühle aus Stacheldraht, glänzenden metallischen Oberflächen, verqueren und filigranen Strukturen. Einige stammen gar von Wilson selbst, etwa die Stühle aus der «Zauberflöte» von 1991 oder die Lachende Bank (zusammen mit Dario Felli), die beim Draufsetzen in lautes Kinderkichern ausbricht. Wilson hat bereits 2022 in Lausanne eine Ausstellung im dortigen Museum für Design gestaltet und das Konzept von ...
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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Torben Ibs
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