Hallo, Publikum!
Es macht nur noch bedingt Sinn, von Zeiten zu schwärmen, in denen es den Künsten besser ging – als der Bürger noch den Willen besaß, sich im aristokratischen Nachglanz des Balletts zu baden. Und den Tanz tatsächlich als sinnliches Bildungsgut zu begreifen. Doch die Mär von der Ökonomie ist längst überall eingezogen: Kultur wird nach Angebot und Nachfrage bewertet. Wir lesen Sätze wie: «Wo das Angebot tendenziell größer ist als die Nachfrage, müssten die Preise niedriger sein, als sie es tatsächlich sind.
» Der Bürger ist Ökonom und das, was er am besten kann – rechnen –, muss folglich zum Willen führen, die Nachfrage zu steigern.
Statt sich weiter von oben herab immer mehr Schließungen gefallen zu lassen, legitimieren sich Festivals, Ballettkompanien, längst auch freie Gruppen, über einen möglichst niedrigen Zuschuss pro verkaufte Eintrittskarte. Eine schwarze Null und mehr gelingt nur Großveranstaltern. Das Mobilisieren von Zuschauermassen ist in der Kultur allein gültig. Das Argument «Kunst» stößt auf zunehmend taubere Ohren, weil gerade mit Kunst immer neue Ausstellungsrekorde gebrochen werden. Also: wo steckt das Tanzpublikum?
7,22 Millionen Deutsche, fand Dirk Podbielski in ...
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Im Kino: Sie ist blind, und sie ist eine Tänzerin, die beste im Pavillon der Pfingstrose. Zwischen hohen Trommeln stehend, zeichnet sie mit den langen Ärmeln ihres Kleides die Wege zugeworfener Bohnen nach, in weichen Schwüngen zuerst, dann als peitschende Hiebe, bis sie in einem Furioso von Farben und Flugbahnen fast ganz verschwindet. Tatsächlich ist Mei,...
Alicia Markova was one of the greatest ballerinas of the twentieth century and her career is already perceived as one of the most significant in the history of dance. She was the last living link to Serge Diaghilev and her passing marks the end of an era. Born Lilian Alicia Marks on 1st December 1910 she was a child star at the age of 10 and joined Diaghilev‘s...
Stockholm im Dezember: Es ist kalt, aber strahlend blauer Himmel, klare Luft, eine ferne, blasse Wintersonne. Am Konzerthaus sammeln sich die Menschen, um die Anfahrt zur Nobelpreisfeier zu beobachten: 1700 geladene Gäste in Frack und Abendkleid. Diplomaten können bis zur Treppe vorfahren, die anderen müssen zu Fuß dorthin, die Königliche Familie benutzt einen...
