Stephanie Thiersch «Land im Land»
Die Stimmung im Bielefelder Theaterhaus Tor 6 ist auf eine coole Weise angespannt. Ein paar Performer*innen wärmen sich auf, jemand läuft zum Eingang, um Zuschauer*innen zu begrüßen, Gemurmel, Geplauder, Nicolas Baudoux aka DJ Elephant Power spielt leisen Elektro. Und die von Choreografin Stephanie Thiersch mit Anna Sörensen entwickelte Bühne erinnert mehr an ein Sportfeld als an eine Tanzbühne, wegen ihrer Weite, wegen der Grafiken auf dem Boden, vor allem wegen zweier gespannter Netze, die etwas abzugrenzen scheinen, tatsächlich aber Projektionsflächen für Hologramme sind.
«Land im Land» ist die Kooperation dreier Gruppen über zwei Kontinente, entstanden in der Reihe «D3 – Dance Discovers Digital»: Auf der Bühne steht das lokale Ensemble TANZ Bielefeld mit Thierschs Kölner Kompanie Mouvoir während sechs Tänzer*innen der senegalesischen École des Sables digital zugeschaltet werden. Und diese drei Gruppen begegnen sich in der Bewegung.
Einer Bewegung, die mehr den Regeln eines gelungenen Raves folgt als einer Choreografie im engeren Sinne. Mal tanzen die Performer*innen einzeln, mal bilden sie Gruppen, die gleich wieder zerfallen, was tänzerisch passiert, ist immer wieder ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Falk Schreiber
Fortbildung
«ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival», Wien
«ATLAS – create your dance trails», 5 July – 9 August 2023
A five-week training programme that offers young artists with first choreographic experience and midcareer artists a dynamic environment for their personal and artistic development. Application deadline: 15 February www.impulstanz.com/danc...
Das Stadttheater Gießen ist zu Beginn der Saison komplett neu aufgestellt worden und wagt auch in Sachen Tanz nach zwanzig Jahren unter Tarek Assams Direktion neue Wege: Constantin Hochkeppel zeichnet für die Tanzsparte verantwortlich. Mit seinem neunköpfigen Ensemble möchte er – in der Ästhetik des Physical Theatre – aktuelle Themen verhandeln, ohne zu ernst zu...
Eigentlich, sagt Stefano Giannetti, wäre er nicht auf die Idee gekommen, Strawinskys «Le Sacre du printemps» zu choreografieren. Zu sehr sei er geprägt von den drei meisterlichen Versionen, in denen er getanzt hat: Bé-jart, Neumeier, Tetley. Dann kamen Corona, das Umweltdebakel und eine persönliche Katastrophe: Mehrere Meter stürzte er von der Bühne in die Tiefe,...
