An alle Nicht-Rheinländer

Versteh einer die Bonner, Kölner, Düsseldorfer, deren Mentalität und das, was man im ganzen Rest der Republik bewundert. Diese rheintaltiefe Überzeugung, dass Politiker nur Mist bauen, was niemanden daran hindert, sie gern zu wählen. Was die Welt hier Klüngel nennt, die Mitgliedschaft im Karnevalsverein, befindet schon qua Vereinssatzung, dass Politiker Mist bauen. Weshalb der Bürger in zahlreichen Kunststiftungen, in Kultursalons und -vereinen darauf pocht, dass es der Kunst schlecht geht. Wegen der Politik.

Gerade im Tanz.

Bonner Politiker wollen die Sparte loswerden, Kölner Politiker wollen sie auch nicht haben. Düsseldorf und Essen sehen zu, wie ihre Ballettchefs auf die Rente zusteuern. Die Abschaffung der Kunstform an Rhein und Ruhr ist zum Greifen nah. Warum tut keiner was? Zur Verdeutlichung: Wir befinden uns auf einem Landstrich mit den «privatesten» Kunstsammlungen der Republik, den schicksten Bauplänen für die neue Kölner Oper, dem dauerhaftesten Provisorium eines Musicalhauses, zwei einzigartigen Tanzhäusern in Düsseldorf und Essen, einer vorzüglich engagierten Kölner Stadtsparkasse, einer richtig teuren Ruhrtriennale ... Und: wir reden hier vom Tanzland NRW ...

Was ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2007
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Sack bleibt zu

Mehr Licht! Danach verlangte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident a. D. Wolfgang Clement. Und erfand seinerzeit die ersten Leuchttürme. Für das von Strukturwandel gebeutelte Land suchte er Symbole mit «Strahlkraft» weit über NRWs Grenzen hinaus. Leuchttürme eben, die ihr Licht auf die enorme technologische und kulturelle Potenz des Landes werfen sollten. Der...

Franck2Louise: "Konnecting Souls"

Maverick French choreographer Franck II Louise marries dance, sound and high tech gadgetry with the street moves of the infamous banlieu. Succeeding where others have failed, his “Konnecting Souls” was performed at the Monaco Dance Forum late last year, where the self-dubbed choreographer and composer brought the dance of the streets to life in the incongruous...

Chandralekha

«Ich bin nicht nur eine Frau, die heute lebt. Ich bin alle Frauen, die je gelebt haben.» Die indische Choreografin Chandralekha lebt nicht mehr, und doch lebt sie weiter in ihrer für den zeitgenössischen Tanz in Indien so bahnbrechenden wie emanzipatorischen Arbeit. In ihren Schülerinnen und Schülern. Und in ihrem choreografischen Werk, auf das man die vielseitige...