Amsterdam on tour: Dana Michel «Cutlass Spring»
Am Anfang herrscht Ordnung auf dem Set: neun gleichmäßig im Raum verteilte weiße Plastik-Gartenstühle, ein vorerst bedeckter Transportroller, weißer PVC-Tanzboden, weiße Abdeckplane ... Dann wird das Licht heruntergedimmt, und schwere Schritte werden hörbar, noch bevor Dana Michel die Bühne betritt. «Cutlass Spring» heißt das neue Solo der in Montreal lebenden Künstlerin und Choreografin. Es dreht sich darin alles um Fernweh, um das Abstecken von abstraktem Raum und konkretem Ort, das Navigieren durch die unmittelbare Umgebung.
Dana Michel trägt ein übergroßes, schwarz-rot-kariertes Wollhemd auf nacktem Oberkörper, dazu schwarze Stiefel und weite Shorts, die auf den ersten Blick wie eine Riesenwindel aussehen. Von allen vier Seiten begrenzen drei Sitzreihen die Tanzfläche, auf der die Performerin nun den Transportroller besteigt und mit dem Körper hospitalistisch vor- und zurückschaukelt, den rappelkurz geschorenen Kopf gesenkt und ab und an mit den Lippen schmatzend und schnalzend. Wiederholt lässt sie dabei die Hände in ihre – wie sich herausstellt mit einem Mikrofon ausgestatteten – XL-Hotpants gleiten. Die Schaukelbewegung wirkt beruhigend wie der Selbsttrost eines ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Philipp Szporer
Gut Ding will Weile haben, auch in Dresden. Nach langem Tauziehen (tanz 8-9/17) hat sich Dresdens Stadtrat entschieden, die Liegenschaft Bautzner Straße 107 per Erbbaurechtsvertrag in die Hände des Vereins Villa Wigman für Tanz e.V. zu legen. Damit wird das Haus, in dem die Doyenne des Ausdruckstanzes, Mary Wigman, von 1920 bis 1942 ihre Schule unterhielt, wieder...
Längst ist er einer der Hauptakteure der gegenwärtigen (post-)modernen Tanzszene in New York. In Pittsburgh/Pennsylvania geboren und aufgewachsen, begann sich Kyle Abraham vor rund 13 Jahren mit auffallend sinnlicher und komplexer Bewegungssprache als Tänzer wie als Choreograf zu profilieren. Kategorien wie männlich und weiblich lösten sich schon damals auf, wenn...
CD des Monats: Tangos for Yvar
Das war ein Konzert, wie es zuvor noch keines gab: 88 Tangos aus 30 Ländern wurden am 14. April 1985 beim «North American New Music Festival» uraufgeführt – und zwar auf Grund einer Initiative von Yvar-Emilian Mikhashoff. Der war nicht nur einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Klaviermusik, sondern ein überaus aktiver...
