Düsseldorf: Raimund Hoghe «Canzone per Ornella»

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Die einstige Ballerina in Maurice Béjarts Kompanie, Ornella Balestra, steht hinter dem kleinen, buckligen, krumm ins Leben gebauten Raimund Hoghe, führt seine Hände wie die einer Puppe und greift mit ihm zum Mond und zu den Sternen. «La luna», sagt sie leise, und «le stelle», und während eines kurzen, unendlichen Moments, dem Höhepunkt dieser ungemein behutsamen Hommage, ist tatsächlich mit Hilfe des Kosmos die Zeit angehalten, zurückgedreht, unschädlich gemacht.

Aber eben nur für einen Moment, denn die vergehende Zeit behauptet sich beständig als Kernthema dieser «Canzone per Ornella».

Schlager der Vergangenheit werden eingespielt: «J’attendrai» von Rina Ketty, «Avec le temps» in Dalidas Interpretation oder «Just a Gigolo» mit der emblematischen Aussage «Life is going on without me». Der einstige Dramaturg an Pina Bauschs Wuppertaler Tanztheater, der Choreograf, Biograf und Historiograf Raimund Hoghe, tritt selbst, mal als Conférencier, mal als leicht diabolischer Hausgeist in Erscheinung. Immer gleicher Gesichtsausdruck, eine autonome Instanz. 

Hoghe weist die Richtung für das enzyklopädische Bewegungsrepertoire, das Ornella Balestra absolviert: So wenn die schlanke Tänzerin, ...

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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Eberhard Spreng

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