Schulterschluss

Tanz und Wissenschaft in Bewegung

Tanz - Logo

Shahar Binyamini, Sie haben gerade im Rahmen eines Doppelabends ein Stück für das Ballett des Staatstheaters Saarbrücken choreografiert. 

Ja, und zwar in Anlehnung an die Gaga-Methode von Ohard Naharin, die mich sehr geprägt hat. 

Jenseits des Theaters tanzen Sie sogar mit Zellforschern, am Weizman Institute in Israel. Das Projekt ist so ungewöhnlich wie der Titel: «Tnuda». Was bedeutet das? 

Das ist eine Kombination aus zwei hebräischen Wörtern: Tnua heißt Bewegung und Madda heißt Wissenschaft.

 

Sie arbeiten mit dem Stoffwechsel-Forscher Atan Gross. Wie fanden Sie zueinander?

Sein Hauptinteresse ist der Prozess der Apoptose, also der Selbstmord der Zellen. Er versucht, den genauen Grund zu finden, warum Zellen beschließen, sich selbst zu zerstören. Ich hatte Biologie als Hauptfach, bevor ich sehr spät begonnen habe, Tanz zu studieren. Bei Atan war es andersrum, er wollte Tänzer werden und entschied sich dann für die Biologie. Wir haben uns in der Mitte getroffen. Wir haben eine ganz spezielle Gruppe von Menschen versammelt: Alle Mitglieder seines Instituts tanzen. 

Sie tanzen über den Selbstmord der Zellen?

Das können wir nicht, das wollen wir nicht. Uns interessiert, wie die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2018
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
Playlist (Track 1, 2)

Nur zehn Minuten dauert William Forsythes Kreation für das English National Ballet. Die aber haben es in sich. Forsythes Einfluss auf Choreografen, die sich an seiner Ästhetik orientiert haben oder es gegenwärtig tun, ist bedeutend, keine Frage. Im Wesentlichen, könnte man sagen, hat Forsythe aber nie etwas sonderlich anderes gemacht als George Balanchine: Er hat...

Neuer Studiengang

Die Zürcher Hochschule der Künste offeriert ab Herbst den Studiengang «Master of Arts ZFH – Dance» mit den zwei Praxisfeldern «Choreography» und «Teaching and Coaching Dance Professionals». Der Studiengang richtet sich also an Tänzerinnen und Tänzer, die sich in Richtung Choreografie weiterentwickeln möchten oder aber in Richtung Trainings- und Probenleitung. Beide...

Newcomer, Abschied, Snippets 6/18

Newcomer: Agata Siniarska

Eine gute Schauspielerin kann auf Kommando weinen und echte Tränen vergießen. Man sagt diesem Beruf deshalb nach, er würde die Echtheit der Gefühle ruinieren. Auch das Klageweib ist ein Beruf, zumal in Afrika. Dort weiß jeder, dass Weinen und Schluchzen, mit viel körperlicher Übung erzeugt, ansteckend wirkt. Es bedarf dazu nur einiger...