Cottbus: Jo Fabian «Terra In Cognita»

Nach einer Viertelstunde ist erst mal Schluss. Eine freundliche Stimme wünscht jenen Zuschauern, die jetzt gehen möchten, einen angenehmen Heimweg. All jene aber, «die den gesamten Abend gebucht haben», können im Saal einen «aktuellen Kommentar zur Lage der Nation» hören – gesprochen, geseufzt oder geflüstert von keinem Geringeren als Joseph Beuys. Dessen «Ja, ja, ja, nee, nee, nee» bohrt sich geradezu in die Ohren der Verbleibenden.

Kein Zweifel: eine Inszenierung von Jo Fabian.

Genauer gesagt: ein «choreografisches Figurentheater», in Cottbus unter dem Titel «Terra In Cognita» vom Schauspielensemble als Triptychon über das Leben in der Gemeinschaft vorgestellt. Es beginnt mit den Anfängen, in denen die «kollektive Fortbewegung» noch einer göttlichen Ordnung gehorcht. Die sieht allerdings wenig verheißungsvoll aus. Allein ein Trommler ist auf der rot ausgeschlagenen Bühne zu sehen, der so lange acht anonymen Ruderblättern den Takt vorgibt, bis aus der Tiefe der Galeere eine dunkle Menschenblase an die Oberfläche drängt.

Der zweite Teil wird zum zentralen Ereignis des gut zweistündigen Abends, eingeleitet durch eine bühnenfüllende Video-Animation, die wie auf einem Rollbild noch ...

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Tanz Mai 2018
Rubrik: Kritik 5/18, Seite 40
von Hartmut Regitz

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