Hannover: «Wahlverwandtschaften»

Jörg Mannes: «Wahlverwandtschaften»

Beziehungsprobleme waren von Anfang an eins der wichtigen Themen Goethes, und nicht alle lösen sich auf so «natürliche» Weise wie in der Urfassung seiner «Stella». In den «Wahlverwandtschaften», seinem wichtigsten Roman, ist die Liebe überkreuz allenfalls in Form eines eingeschobenen Märchens vorstellbar. In Wirklichkeit aber ist ein solches Gefühlsexperiment (das an Mozarts «Così» denken lässt) nicht zuletzt aus moralischen Gründen zum Scheitern verurteilt. Dabei stimmt die Chemie zwischen den vier Protagonisten.

Doch ein Naturgesetz lässt sich eben nicht so ohne Weiteres auf die Menschheit anwenden – und deshalb lässt es der dichtende Wissenschaftler bei dem Versuch bewenden, der für zwei der Beteiligten tödlich endet, von einem ertrunkenen Kind ganz zu schweigen. Jörg Mannes ist nicht der Erste, der sich Goethes Geschichte erinnert.

Tom Schilling hat schon vor Jahren an der Komischen Oper im damaligen Ostberlin ein durchaus erfolgreiches Ballett gleichen Namens choreografiert, das zuletzt noch in Dresden an der Semperoper erfolgreich war: ein erlesenes Solisten-Quartett, sich zugetan in Liebe und Leidenschaft, Verwirrung und Verzweiflung. Ein solches steht Jörg Mannes mit Cássia ...

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Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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_____deutschland

On tour

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dance-dialogues-africa.org

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