saarbrücken: Marguerite Donlon: «Close up»

Ganz wörtlich rückt diese Nahaufnahme Tänzern und Publikum auf den Leib, mit Blitzlicht, Lupe und herangezoomten Filmbildern. Aber sie blickt auch in die Köpfe hinein, untersucht in Texten oder Szenen das Entstehen von Tanz, seine Bedingungen und seine Tradition, um dann in der reinen Bewegung die Kommunikation per Körper und das nonverbale Verstehen auszutesten, mit wiederholten Assoziationen zur Gebärdensprache. In der klassischen Collageform des Tanztheaters entsteht so eine 80-minütige, mitunter sehr leichte Revue über das Phänomen des Auf-die-Pelle-Rückens.

 

Bestens gelaunt thront Marguerite Donlons Tänzerschar, die hier als Co-Choreografenkollektiv fungiert, vor Beginn auf einem weißen Sofa und lacht uns Zuschauern erwartungsvoll ins Gesicht. Ein grober Plan wird entworfen und an den Flügel geklebt, auf dem Kaori Nomura zwischen Bach, Jazz und Moderne improvisiert. Im schwarzen Tutu schält sich eine Tänzerin aus ihrem Campingzelt und erzählt uns, dass sie beim klassischen Ballett nie glücklich geworden wäre. Ganz nostalgisch aber trippelt sie dazu den «Sterbenden Schwan», der zur Schilderung eines echten, blutigen Todes mit eckig abgeknickten Flügeln verendet. Ein Kollegin ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Angela Reinhardt

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