erlangen: Grace Ellen Barkey: «Mush-Room»

Wenn die Tänzer auf die Bühne hüpfen und winken, grinsen, plappern, meint man: Sie sind auf Pilzen. Durch Grace Ellen Barkeys Stücke für die Needcompany waberten schon immer Halluzinationen, es gab mal zum Schreien gemusterte Tapeten, mal hunderte Keramik-Hohlkörper oder handgestrickte Schlabbertiere. Für «Mush-Room», uraufgeführt im Essener PACT Zollverein, hat Ausstattungspartnerin Lot Lemm nun 18 riesige Papierwabengebilde hergestellt, die vom Himmel ragen. Die sechs Tänzer tragen zu schwarzen Anzügen helle Wichtelmützen und fungieren als Bewohner einer verkehrten Waldwelt.

Der siebte Wicht, in Weiß, Julien Faure, legt später eine Clownsnase an – und wird als Mensch bezeichnet.

Schön hallig klimpert die ironische Musik der undergroundigen Residents. Letzte Nacht habe es einen Durchbruch gegeben, tönt Maarten Seghers und plaudert von «gigantischen Versprechen», «stinky attitudes», «Freiheit», von «Punks mit Instrumenten, die dir den Kopf wegpusten». Der Pilz-Mob fordert: «Akzeptanz aller Funghi», vorneweg natürlich der gefährlichen «magical mushrooms». Der Mob greift in die Seilwinden, lässt die Papierpilze wackeln, Nebel wabert, Sternenklänge. «Stell dir vor, alle Dinge könnten ...

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Tanz Mai 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Melanie Suchy

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