jenseits bloßer techniken

Der klassische Tanz nach dem klassischen Tanz, wie ihn Janet Panetta derzeit bei P.A.R.T.S. in Brüssel sieht. Von Pieter T’Jonck

Nur wenige Ballettpädagogen schaffen es in die Zeitung. Sie können noch so viel Einfluss auf ihre berühmten Schüler haben – meist bleiben sie im Schatten. Janet Panetta, Choreografin und Ballettlehrerin, geboren und aufgewachsen in New York, ist die berühmte Ausnahme. Die «New York Times» widmete ihr einen langen Artikel, weil Janet Panetta 2010 ihr New Yorker Studio schließen musste. 6000 US-Dollar Miete pro Monat konnte sie nicht mehr aufbringen. Nun unterrichtet sie in einem befreundeten Studio. Und verbringt die meiste Zeit in Europa.

Sie unterrichtet Ballett beim Tanztheater Wuppertal, fast jedes Jahr ist sie bei «ImPulsTanz» in Wien, und sie lehrt bei P.A.R.T.S. in Brüssel, seitdem es diese Schule gibt.

Dort stoßen wir ziemlich abrupt zusammen. Ich will hinein ins Haus, die kleine, zierliche Person will heraus, um vor der Tür eine Zigarette zu rauchen. Ihre Haare sind so schwarz wie ihr Pulli und ihre Hose. Ihre heisere Stimme lädt mich sofort zu ihrem Unterricht ein und zu einer Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Denn ihre Übungen sind ungewöhnlich einfach, aber so direkt, dass man sofort erkennt, wer vom neuen Jahrgang noch nie in den Genuss einer ernst zu ...

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Tanz Oktober 2011
Rubrik: praxis, Seite 68
von Pieter T’Jonck

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