Workshop in Bielefeld: Kein Spaziergang

Jean-Hugues Assohoto, mal wird Ihr Unterricht mit «zeitgenössisch» gelabelt, mal mit «modern». Was ist für Sie der Unterschied?
Viele Veranstalter sehen zeitgenössischen Tanz eher improvisations- denn technikbasiert. Aber obwohl es bei mir ganz konkret um die Frage geht, wie man Bewegungen technisch beherrscht, sehe ich mich als Lehrer im Zeitgenössischen.  

Sie benutzen jedoch vorwiegend Techniken, die in der ersten Hälfte des 20.

Jahrhunderts ihren Ursprung haben wie Limón und Release, außerdem haben Sie bei der Modern-Jazz-Dance-Koryphäe Anne-Marie Porras studiert. Ist moderner Tanz die Basis fürs Zeitgenössische?
Es ist meine Basis. Aber darauf aufbauend habe ich viele verschiedene Richtungen gelernt, so dass ich nun nicht mehr sagen kann, ich unterrichte Limón. Was ich jedoch liebe, ist die Kreise-Philosophie. Dadurch lassen sich verschiedene Bewegungsräume verbinden. Tanz zu lernen, ist kein Spaziergang, sondern eine Entwicklung, die jeweils aufgrund spezifischer Techniken stattfindet. Deshalb verändere ich regelmäßig meine Unterrichtsmethode – und ich gehe in Berlin zum Profitraining und lerne ständig neue Choreografen und damit Methoden kennen. Mein Ziel ist es, den Tänzern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2019
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Astrid Kaminski

Weitere Beiträge
Endstation Sehnsucht?

Der Vorschlag geht auf Alexander Pereira zurück. Seit der Österreicher der Mailänder Scala als Intendant vorsteht, setzt die Ballettkompanie des Opernhauses auf die Produktion eines «Kammermusik-Balletts» pro Saison. Den Mailänder Tänzerinnen und Tänzern bietet dies die seltene Gelegenheit, mit jeweils einem renommierten Künstler ein Projekt zu erarbeiten, das...

Erratum

Auf dem Cover der tanz-Ausgabe 6/19 ist nicht Nazareth Panadero zu sehen, sondern Cristiana Morganti. Wir bitten um Entschuldigung.

 

Schwarz, schwul, swag

Längst ist er einer der Hauptakteure der gegenwärtigen (post-)modernen Tanzszene in New York. In Pittsburgh/Pennsylvania geboren und aufgewachsen, begann sich Kyle Abraham vor rund 13 Jahren mit auffallend sinnlicher und komplexer Bewegungssprache als Tänzer wie als Choreograf zu profilieren. Kategorien wie männlich und weiblich lösten sich schon damals auf, wenn...