willem schulz

Der Cellist über Körper und Resonanzkörper im Gespräch mit Ottmar Gendera

Tanz - Logo

Er wirkt an seinem Cello wie ein Tänzer, traut sich auf der Bühne, den Stachel seines Instruments in den Bauch der Tänzerin zu bohren. Willem Schulz ist ein Berserker, erotischer Partner des Tanzes, ein Nachdenklicher. Wir sind in einer ehemaligen Krankenhauskapelle in Bielefeld. Hier will er seinen Cellozyklus «Auferstehung VI» spielen. Er bittet um 24 Stunden Einstimmung auf diesen außergewöhnlichen Raum. Es ist still. 24 Stunden lang, die wir gemeinsam verbringen. Um zwischendurch dieses Interview zu führen.

 
 

 

Sie haben ein extrem physisches Verhältnis zu Ihrem Instrument. Eigentlich wie ein Tänzer. Was hat Sie als Cellisten zu einem so enorm physischen Spiel gebracht?
 Ich interessiere mich dafür, «Live»-Musik zu sehen, nicht zu hören. Das Optische fasziniert mich mehr als das Akustische. Weil es so viel erzählt von den Menschen, wie sie sich verhalten, zu ihrem Instrument, zum Stück. Ob die Musiker nun müde in ihrem Stuhl liegen und etwas herunterspielen oder vorn auf der Stuhlkante sitzen wie Tiger – zum Absprung bereit. Dann fand ich es immer ganz unglaublich, dass es bei Orchestern einen Menschen gibt, der eine Tanzperformance mit dem Rücken zum Publikum absolviert. Was ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2010
Rubrik: MENSCHEN, Seite 22
von Ottmar Gendera

Vergriffen
Weitere Beiträge
Riki Von Falken «The Geometry of Separation»

Es gibt Worte, denen im Lauf der Zeit ihre Entsprechung in der Realität abhanden kommen. Der Begriff «Aura» ist so einer. Wer benutzt ihn noch? Dabei trifft er auf eine Tänzerin weiterhin zu: Riki von Falken, 56 Jahre alt. In ihrer jüngsten Produktion «The Geometry of Separa­tion» zeigt sie erneut, was in strenger Konzentration auf die eigenen Interessen und im...

tanz im tv

«pitie!» von alain platel 

Seine choreografierte Interpretation zu Bachs «Matthäuspassion» tourte bis in den Kongo, in die Heimat des Countertenors Serge Kakudji. Hier endete letztes Jahr das Leidenswerk Jesu – pathetischer Schlussakkord einer Choreografie, bei der Kakudji die Rolle des schwarzen Jesus sang und nun vom Glück erzählt, an ihn auch glauben zu dürfen....

tanz den stier

Eine Ballerina tanzt mit des Deutschen Lieblingsauto. Der Werbespot scheint die perfekte Verbindung zu signalisieren. Der Tanz als beliebtes Amüsement am Samstagabend verbindet sich mit einem Auto, der großen Liebe der Männer am Samstagnachmittag. Aber so hat die berühmte Werbeagentur Jung von Matt nicht gedacht, die seit 2006 Mercedes-Benz als ihren Kunden pflegt...