wien: wim vandekeybus «booty looting»

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Bei der «Tanzbiennale» in Venedig wird die Kunst zum Raubopfer, und der Dieb Wim Vandekeybus ruft: «Klau die Beute.» Die Spur führt zurück in die Zukunft, erinnert sie doch daran, wie Vandekeybus’ furiose Kompanie Ultima Vez 1986 erstmals den Tanzmotor anschmiss, um die Flucht nach vorn anzutreten. Das jüngste Stück der belgischen Truppe baut auf bekannten Trümmern auf. Als Vorlage dient zuerst eine Aktion von Joseph Beuys, der 1974 in einer New Yorker Galerie tagelang Seite an Seite mit einem Kojoten verbrachte.

Vandekeybus‘ fantastischer Beuys alias Jerry Killick entledigt sich erst seines Anzugs, dann der historischen

Vorlage. Das Re-Enactment von Beuys’ «I like America and America likes me» erfolgt im Filzhut, aber statt des Wanderstocks dient ein Besen als Waffe gegen einen Kojoten-Ersatz –das Wolfsrudel Dymitry Szypura, Luke Jessop, Kip Johnson und Elena Fokina fällt beißwütig über Beuys her.

«Booty Looting» heißt so viel wie plündern und die Beute davonschaffen. Schwer schleppt Killick an den endlich besiegten Tänzerkörpern, bevor er sie aufstapelt. Die Kölner Schauspielerin Birgit Walter schaut ihm zu und wird wiederum angeschaut von Danny Willems, der sie in Schwarzweiß ...

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Tanz August 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 64
von Elisa Guzzo Vaccarino

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