Wie schön!
Für den Außenstehenden bedeutet Tanz alles Mögliche. Er denkt ihn sich klassisch oder sportlich, feierlich oder artistisch, künstlerisch oder karnevalesk – Tanz gibt es im öffentlichen Bewusstsein nur in solchen Bruchstücken.
Anders als in der Literatur, wo sich verschiedene Genres unter dem Dach von Buch und Verlag in Buchläden, Bibliotheken und Internet gar nicht erst auf den Nenner «geschriebene Sprache» einigen müssen, steht der Tanz zwischen Bühne und Ballhaus, Disko und Dorfplatz auf so vielen Beinen, dass er in Medien, Politik und Öffentlichkeit viel zu verschieden wahrgenommen wird, um ein klares «Image» von sich zu erzeugen. Literatur, um beim Vergleich zu bleiben, mag gute und schlechte Bücher produzieren, aber ihr Image, der Bildung zu dienen, ist so unzweifelhaft, wie der Tanz eine unübersehbare Vielzahl möglicher Aussagen zu seinem «Nutzen» hervorbringen muss, dass es Bände füllt.
«Tanz ist kein Sport, Tanz ist – in seiner theatralen Ausformung – Kommunikation», schreibt zum Beispiel Katja Schneider, Ko-Jurorin der Tanzplattform Deutschland 2004. Und verweist damit den Tanzsport auf die Plätze, um dem Bühnentanz aufzuhelfen. Der Diskurs zum Tanz lebt von solchen ...
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Ein schwarzes Loch gähnt auf der Bühne der Halle G des Wiener Tanzquartiers, eine Black Box als Überbleibsel des Stücks «Quando l’uomo principale è una donna» von Jan Fabre, in dem die Tänzerin Lisbeth Gruwez sich wenige Tage zuvor wie eine heiß gelaufene Ölsardine in kaltgepresster Olivenschmiere gewälzt hat. Gruwez ist bereits weiter nach Barcelona gereist....
Thierry De Mey, ist Ihr arte-Film «Ma mère l'oye» wirklich so neu? Ursprünglich handelt es sich um eine Auftragsarbeit der Opéra de Rouen, die zu einer Ravel-Aufführung des Orchesters auf drei Leinwände projiziert werden sollte. Zu diesem Zweck bat ich damals eine Reihe von Tänzer-Choreografen wie Anne Teresa De Keersmaeker oder Michèle Anne De Mey in den Wald,...
Im Kino: Sie ist blind, und sie ist eine Tänzerin, die beste im Pavillon der Pfingstrose. Zwischen hohen Trommeln stehend, zeichnet sie mit den langen Ärmeln ihres Kleides die Wege zugeworfener Bohnen nach, in weichen Schwüngen zuerst, dann als peitschende Hiebe, bis sie in einem Furioso von Farben und Flugbahnen fast ganz verschwindet. Tatsächlich ist Mei,...
