wie angelt man einen ballettdirektor?
Nehmen wir mal an, die Granden vom FC Bayern München kommen zu dem Schluss: Wir brauchen einen neuen Trainer. Was tun sie dann? Sie überlegen, was sie mit den Elite-kickern erreichen wollen. Dann werden sie prüfen, welcher Spitzenmann diese Ziele mit dem Team ansteuern kann, die Arbeit potenzieller Kandidaten haargenau begutachten und womöglich Expertisen einholen. Was sie nicht tun werden, ist: mehr oder weniger auf Verdacht jemanden einzukaufen, dessen Konzepte sie kaum kennen und der selbst keine rechte Idee hat, was er mit den Edelfußballern anfangen soll.
Denn die Bayern-Bosse wissen, was sie dem eigenen Weltklasse-Anspruch schuldig sind: allererste Sahne.
Kunst ist kein Profisport, aber ein gewisser Professionalismus auf der Leitungsebene kann ihr ganz bestimmt nicht schaden. In Berlin haben die Herren Klaus Wowereit und André Schmitz – Regierender Bürgermeister und Kultursenator der eine, Kulturstaatssekretär der andere – indes kürzlich vorexerziert, wie sich Spitzenämter mal eben so an den Mann bringen lassen. Bei dem Manöver wurde en passant auch noch eine Frau düpiert, die der Stadt seit 20 Jahren verbunden ist und jetzt mit ihrem Weggang droht: Die Berufung von Nacho ...
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Tanz März 2013
Rubrik: kulturpolitik, Seite 22
von Dorion Weickmann
Die Luft im Pariser Palais Garnier knisterte förmlich, als Opern-Generalintendant Nicolas Joël und sein designierter Nachfolger Stéphane Lissner den neuen Directeur de la danse vorstellten. Benjamin Millepied übernimmt im Oktober 2014 das Amt von Brigitte Lefèvre. Von den acht gescheiterten Kandidaten war allein Elisabeth Platel erschienen, die Leiterin der...
Nanine Linning hat das Herz auf dem rechten Fleck, jedenfalls auf dem T-Shirt, das sie sich zur Verbeugung vor ihrem Premierenpublikum überstreift. Es bekräftigt ihre Liebe zu Heidelberg, das nicht zuletzt unter ihrer Ägide wieder zu einem Zentrum des zeitgenössischen Tanzes aufgewertet werden soll. Mit «Zero» hat sie ihr ehrgeiziges Vorhaben an den Start geschoben...
Ein einziger Schritt verändert die Perspektive, stellt jede Sicherheit wieder infrage. Sinnfällig illustriert James Sutherland den Titel seines Ballettabends, indem aus zwei festen Bezugssystemen wieder vier ratlose Wesen hervorgehen, vier offene Sichtweisen. Es geht nicht um Beziehungen in «Quartett», sondern um die Wahrnehmung, unseren Blickwinkel auf die Welt...
