westfenster

Berlin sieht sich gern als Hauptstadt des Tanzes, ist aber auf Importe angewiesen. Das war schon vor vierzig Jahren so, wie sich unser Autor erinnert. Er selbst hat damals Frischluft in die Szene gepustet

Wer in den 1970er-Jahren in Berlin nach zeitgenössischem Tanz suchte, der blieb ohne Erfolg. Tanz – damit assoziierten die Einwohner der geteilten Stadt: klassisches Ballett, Tatjana Gsovsky und Opernhaus. Die letzten Impulse der deutschen Tanz-Avantgarde hatten sich verflüchtigt, das Essener Folkwang-Studio lag in weiter Ferne, und die «Internationale Sommerakademie des Tanzes» in Köln war nur Eingeweihten bekannt.

Allein die Festival-Reihe «Pantomime-Musik-Tanz-Theater» in der Akademie der Künste, die Dirk Scheper und Nele Hertling 1966 ins Leben gerufen hatten, brachte einmal im Jahr, parallel zum Theatertreffen, frischen Wind in die Stadt. Im Mai 1975 präsentierte Scheper neben den Ensembles von Pilobolus und José Limón die deutsch-amerikanische Tanzkompanie Group Motion. Sie eröffnete das Festival mit «Crossing The Great Stream», einer dreiteiligen Produktion, die choreografische Sequenzen mit improvisatorischen Phasen vermischte, Film- und Diaprojektionen als inszenatorische Mittel einsetzte und mit einer aufblasbaren, raumfüllenden Skulptur überraschte, die sich bedrohlich nah in Richtung Publikum schob. Die Vorstellung traf mich mit großer Wucht, denn nie zuvor war mir die ...

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Tanz November 2014
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Ric Schachtebeck

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