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nicht auf Schlittschuh-Pirouetten und Skizirkus steht, hat im Januar schlechte Karten: klirrende Kälte draußen, Post-Neujahrs-Depression drinnen – und sämtliche «Nussknacker»- Tröstungen aufgezehrt. Aber diese Nächte! Sternenklar wölbt sich der Himmel und schaut auf uns Menschenzwerglein herab, gerade so, wie es Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» besingt. Philippe Saire hat das intime Kammerspiel ins Kollektive erweitert (S. 16). Genauso lässt «Choreartium», Léonide Massines vom Bayerischen Staatsballett grandios aufpoliertes Ensemble-Juwel (S.

8), das Gemeinschaftsprinzip leuchten.

Anderswo klinken sich Einzelkämpfer aus dem Kompanieverbund aus – und suchen sich dafür exklusive Verbündete. Zu ihnen gehören Agenturen wie Ardani Artists (S. 20), die sich binnen eines Jahres gleich mehrere internationale Tanz-Hochkaräter unter den Nagel gerissen und die Branche mit einer Art Netrebko-Fieber infiziert haben: Auftritt gegen Höchstgage. Die Stars handeln sich den Vorwurf der Truppen-Sabotage ein und kontern mit dem Recht auf künstlerische Emanzipation. Mal ehrlich: Soll eine Polina Semionova sich verkneifen, was ein Peer Steinbrück bedenkenlos tut – den eigenen Marktwert versilbern? ...

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Tanz Januar 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
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