weltbürger

Man darf sich den 30. Längengrad derzeit wie eine imaginäre Grenze vorstellen. Er verläuft schnurgerade von Norden an Sankt Petersburg und Kiew vorbei in Richtung der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Diese Linie fällt einen Schlagbaum quer durch Europa. Östlich von ihm wird russisch gesprochen, russisch gedacht, russisch regiert und russisch getanzt. Es ist eine unsichtbare Linie, die sogar das weiter westlich gelegene Istanbul nach Europa verweist. Vor genau hundert Jahren verlief sie noch entlang der Grenze zu Ungarn.

Damals erstreckte sich das sowjetrussisch genannte Territorium von Finnland über Polen nach Süden und wurde erst im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker, nach zwei blutigen Weltkriegen und dem Ende der Sowjetunion nach Osten gedrängt.

Im Alter von zehn Jahren verließ Vladimir Malakhov die Stadt Kriwoi Rog im Süden der Ukraine. Heute, mit 46, verlässt er Berlin als scheidender Intendant des Staatsballetts und erinnert sich, dass es in Moskau seinerzeit schon genügt hat, in der Ukraine geboren zu sein, um keine Arbeitserlaubnis am Bolshoi-Theater zu erhalten (Seite 18). Der Längengrad existierte schon damals. Viel später erst durfte Alexei Ratmansky ein in ...

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Tanz Juni 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
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