website: Save yourself!

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Man traut sich ja selten, auf japanischen Websites herumzusurfen. Nur wenig Lesbares kommt aus dem Land der elektronischen Avantgarde. Wie körperlich die tatsächlich sein kann, präsentiert der Neurowissenschaftler Junji Watanabe auf seiner Site junji.org. Auf der linken Zeile einfach auf «Save YourSelf!!!» klicken und eine der absurdesten Tanzapplikationen genießen, die es derzeit auf Erden gibt! Wie uns die Hirnforschung tanzenmacht, zeigt Watanabes «Galvanic Vestibular Stimulation» (GVS). Anoden werden hinters Ohr gesteckt, die mit Schwachstromden Gleichgewichtssinn beeinflussen.

In der Hand hält die Tänzerin eine Wasserschüssel. Darin treibt eine Puppe auf einem Floß. Wer nun auch nur einen Schritt versucht, wird es kaum vermeiden können, dass das Floß in Seenot gerät. Die Puppe «funkt» den von ihr erlittenen Wellengang an die GVS-Anoden, und schon schwankt man selbst wie die Puppe auf dem Floß, wird herumgeworfen, was den Wellengang in der Schüssel nur noch mehr erhöht – der Tanz des Gleichgewichtssinns steigert sich zum Veitstanz. Am Schluss dieser Seite läuft ein kleinen Video, das zeigt, was noch alles mit dem Körper passieren kann. Nicht viel davon ist zur Nachahmung ...

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Tanz Juli 2010
Rubrik: medien, Seite 59
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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