Was ist Limón-Technik?

«In diesem Augenblick wurde ich unwiderruflich zu einem anderen. Ich wusste mit geradezu schockierender Plötzlichkeit, dass ich bis zu diesem Moment noch nicht wirklich gelebt hatte oder besser: dass ich keinesfalls auf dieser Erde verweilen wollte, ohne das zu lernen, was dieser Mann gerade getan hatte.» In seinen unvollendeten Memoiren berichtet der Tänzer, Choreograf und Pädagoge José Arcadio Limón über sein Erweckungserlebnis angesichts einer Tanzvorstellung des deutschen Expressionisten Harald Kreutzberg.

Bis dato hatte der 1908 geborene Mexikaner in New York Kunst studiert, war nur durch Zufall ans Theater geraten. Fortan widmete Limón sein Leben dem Tanz, studierte bei Doris Humphrey, die in seiner 1946 gegründeten eigenen Kompanie die erste künstlerische Leiterin wurde. Mit Limón verbinden sich weit weniger innovative Choreografien, sondern ein spezifischer Tanzstil, der unter der Rubrik «modern dance» gelehrt wird.

Der Limón-Unterricht basiert auf dem Prinzip der Gegensätze: Durch den abwechselnden Einsatz von Elementen wie «fall and recovery» (Fall und Aufschwung) oder «suspension» (Federung) entsteht ein ungebrochen-dynamischer Bewegungsfluss. Der Schwerkraft wird sowohl ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2009
Rubrik: Methode, Seite 63
von Elisabeth Nehring

Vergriffen
Weitere Beiträge
Brief aus Johannesburg

In den wohlhabenden Vororten von Johannesburg fährt man gern den silbergrauen Hyundai SUV. Auf der anderen Seite der Stadt, in den Townships, bevorzugt man weiße Minibusse. Der Choreograf Sello Pesa fährt einen schwarzen VW-Käfer. Ein ungewöhnliches Auto für eine südafrikanische Großstadt. Doch der kleine Käfer führt auch ein ungewöhnliches Leben. Abends parkt er...

Carolyn Carlson, Tero Saarinen: «Blue Lady (Revisited)»

Carolyn Carlsons Soli verdienen regelmäßig Standing Ovations für die Pariser Solo-Königin. Dutzende Stücke schuf sie für sich und gut zwanzig Soli für andere Tanzkünstler. «Man muss sich mit sich selber konfrontieren», sagt sie, «darum Soli». Ein solcher Abend kommt nun auch auf das finnische Kuopio zu, für das exakt vierzig Jahre alte Festival von Jorma Uotinen....

Jenseits

Kein menschlicher Körper ist wirklich symmetrisch. Sind zwei Beine gleich? Ist ein Arm nicht etwas länger? Ist Symmetrie nur ein Ideal? In der Architektur und im Ballett sorgt sie deshalb für den Eindruck von Harmonie, weil man von Symmetrie in jeder Beziehung zwischen zwei Menschen träumt. Doch wie symmetrisch ist eine Ehe, wie symmetrisch sind zwei Körper...